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Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Archiv


Neujahrsempfänge 2019

Mitglieder und Freunde des Rheinischen Vereins waren auch 2019 zu zwei Neujahrsempfängen eingeladen. Am 24. Januar wurde im Landesmuseum Mainz gefeiert, wo der Vorsitzende Prof. Dr. Christoph Zöpel, der Stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Matthias Müller und der Staatssekretär aus dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur RLP, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, rund 70 Gäste begrüßten.

Staatssekretär Barbaro dankte dem Rheinischen Verein für sein Engagement in Rheinland-Pfalz, Prof. Müller ging auf einige aktuelle und teils kontroverse Denkmaldebatten in Rheinland-Pfalz ein, Prof. Zöpel würdigte insbesondere die neue Fördervereinbarung zwischen dem Landschaftsverband Rheinland und dem Rheinischen Verein und dankte dem Land wie im speziellen der Generaldirektion Kulturelles Erbe für die Unterstützung.

Den Festvortrag hielt Dr. Wolfgang Voigt, früherer Stellv. Leiter am Deutschen Architekturmuseum Frankfurt. Er entführte das Publikum auf Reisen von Architekten wie Gottfried Böhm, Martin Elsaesser und Paul Bonatz und die manchmal unerwarteten Folgen für die Entwürfe.

Das Mainzer Saxophonquartett steuerte einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen bei.


Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken) alle Fotos: Jürgen Ernst, GDKE


Beim Empfang am 4. Februar im Maxhaus in der Düsseldorfer Altstadt konnten Prof. Zöpel und die neue Stellv. Vorsitzende des Rheinischen Vereins, Susanne Bonenkamp, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW, Ursula Heinen-Esser, begrüßen.

Landschaftsschutz als wichtiges Thema des Rheinischen Vereins stand im Mittelpunkt der Beiträge. Die erst im Dezember 2018 neugewählte Stellv. Vorsitzende wurde von den Vereinsmitgliedern nochmal herzlich begrüßt!

In seinem Festvortrag über Kulturlandschaft im Wandel hob Prof. Dr. Werner Konold, Landespflege an der Universität Freiburg, hervor, dass Landschaften immer im Wandel waren und dass es um ein kluges Management von Wandel gehen muss. So entstehen heute vielleicht die Kulturlandschaften, die eines Tages schützenswert erscheinen. Gegen unbedachte Eingriffe in Landschaft und Landschaftsbilder muss sich freilich auch immer wieder bürgerschaftliches Engagement regen.

Das Bonner Saxophonensemble rahmte den Abend ein, zu dem sich fast 170 Gäste versammelt hatten und anregende Stunden erlebten.


Bildergalerie (zum Vergrößern Bild anklicken), alle Fotos: Matthias Jung


Vom Angstraum zum Wohlfühlort - Der umstrittene Kölner Ebertplatz zeigt sein wahres Gesicht

Nach zwanzig Jahren Pause sprudelt seit dem 14. Juli 2018 die wasserkinetische Skulptur des Künstlers Wolfgang Göddertz endlich wieder! Im Kölner Bilderbuch-Sommer zeigt sich der stark kritisierte Ebertplatz als Wohlfühlort. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz begrüßt ausdrücklich das Instandsetzen des Brunnens durch die Stadt Köln. "Mit dem Wasser kommt die Freude zurück auf den Platz", so Geschäftsführer Dr. Martin Bredenbeck, "es herrscht wieder ein buntes Treiben, und der Platz erhält seine Aufenthaltsqualität zurück."


Ebertplatz

Foto: RVDL / Anke von Heyl

Der Regionalverband Köln des Rheinischen Vereins hatte sich im Mai mit der Bitte an die Stadtverwaltung gewandt, man möge einen möglichen Denkmalwert des in den 1970er Jahren als moderne urbane Fläche geplanten Platzes prüfen. Nachdem der bereits in Gang gesetzte Prüfvorgang überraschend gestoppt wurde und es eine hoch-emotionale Diskussion um den „Angstraum“ Ebertplatz gegeben hatte, sah es nicht gut aus für die Anlage, obwohl sie Kennern als herausragende Gestaltung der Nachkriegsmoderne gilt. Noch immer ist davon die Rede, den Platz 2021 komplett umzugestalten, so dass ein wichtiges Zeugnis moderner Stadtentwicklung verschwinden würde. Die Mitglieder des Arbeitskreises Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein setzen auf die Macht der Bilder und auf erlebbare Qualität. Die mehr als 200.000 Euro teure Instandsetzung des Brunnens hat eine sehr deutliche Verbesserung der Platzatmosphäre zur Folge. Genau das war schon 1977 das Ziel des Künstlers Wolfgang Göddertz, der wusste, wie belebend Wasser auf die Nutzer des Platzes wirken würde. Für die Experten aus dem Rheinischen Verein steht der Ebertplatz exemplarisch für einen Platztypus der 1960er und 1970er Jahre, der derzeit an vielen Stellen bedroht ist: abgesenkte, auf mehreren Ebenen verteilte Anlagen, oft mit Sichtbeton gestaltet, oft reich begrünt und mit der erklärten Absicht gestaltet, Verkehrsverteiler zu sein. Solche Gestaltungen prägen den Charakter der modernen Städte entscheidend mit und sind somit identitätsstiftend für mehrere Generationen gewesen. Der Arbeitskreis Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass angesichts der positiven Wandlung vom „Angstraum“ zum „Wohlfühlort“ der Ebertplatz eine zweite Chance erhält und man in der Stadt die Umgestaltung noch einmal überdenkt oder ihre Parameter zumindest neu justiert.


Ebertplatz

Foto: RVDL / Anke von Heyl

Hintergrund

Der 1906 gegründete Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist eine starke Stimme für Bürgerengagement in der früheren Preußischen Rheinprovinz. Zwischen Niederrhein und Mittelrheintal entlang des Rheins und seinen Nebenflüssen setzt sich der Verein für die Bewahrung, sensible Entwicklung und Vermittlung des reichen Landschafts- und Kulturerbes ein. Mit Führungen und Vorträgen, Tagungen und Workshops, Publikationen sowie Stellungnahmen und Resolutionen wirkt der Verein in die Öffentlichkeit und arbeitet eng mit den Trägern öffentlicher Verwaltung zusammen.


Gleueler Wiese

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gleueler Wiese im Äußeren Grüngürtel Kölns ist seit einigen Jahren in der Diskussion: Der 1. FC Köln beabsichtigt, dort Trainingsplätze und weitere vereinsbezogene Einrichtungen anzulegen. Dagegen regt sich Widerstand nicht zuletzt bei Natur- und Denkmalschützern. Die vorliegende neue Publikation ist reich an Informationen; sie soll helfen, die Diskussion zu versachlichen, zugleich aber auch Argumente für den Schutz und den Erhalt dieser historischen Grünfläche bereit stellen. Sie darf gerne weitergereicht werden!

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Dr. Ulrich Krings

Heimatpflege 4/18 Aufsatz Moll (PDF, 3,65 MB)


Das Kölner Grünsystem - ein zukunftsweisendes Erbe

Im Rahmen des Europäischen Kulturjahres 2018 wird mit dem vorliegenden Programm das Kölner Grünsystem als einzigartiges Kulturerbe in den Mittelpunkt gestellt. Als ein europäisches Kulturerbe entstand es in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Damals waren großräumige Grünplanungen für die Städte weit über Deutschland hinaus üblich. Allerdings schaffte nur der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer es, in der nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich und politisch angespannten Lage ein derartig umfangreiches Grünsystem aufzustellen und politisch und praktisch in wesentlichen Zügen umzusetzen. So entstanden auf den ehemaligen preußischen Festungszonen der Innere und Äußere Grüngürtel. Die von dem renommierten Städtebauer Fritz Schumacher vorgesehenen radialen Verbindungszüge konnten z.T. erst ab den 1960er Jahren ausgebaut werden. Gegenwärtig findet eine Erweiterung im Umland statt. Die von Schumacher angedachten Grünkeile, ausgehend vom Äußeren Grüngürtel, stoßen jetzt auf einen dritten Grüngürtel in der Erftaue und auf dem Vorgebirge.

Von Anfang an stand die ökologische und historischkünstlerische Gestaltung als Frischluftspeicher für die Bevölkerung im Mittelpunkt der Planungen. Dieses für andere Städte im Zuge der dramatischen Luftverschmutzung und des Klimawandels sowie des Stadtwachstums vorbildhafte Grünnetz Kölns ist u.a. durch das Bevölkerungswachstum und steigende Flächenversiegelung bedroht. Daher wird dieses umfangreichste Kölner Landschafts- und Kulturobjekt in diesen Veranstaltungen mit all seinen positiven Funktionen und ästhetischen Facetten vorgestellt.

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Vorsitzende des Regionalverbandes Köln im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

Jahr des Kölner Grünsystems - Programm

Flyer (PDF, 170 KB)


Fit für das neue Jahr
Ruine Virneburg hat ihren Frühjahrsschnitt bekommen

Virneburg/Köln. Einen besonderen Einsatz hatte die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Virneburg (Kreis Mayen-Koblenz) am Samstag, 26. Januar 2019. An der bekannten Burgruine Virneburg führten die Kameraden unter der Leitung von Wehrführer Carsten Keppler eine umfangreiche Freischneidemaßnahme durch und betätigten sich als ehrenamtliche Denkmalpfleger. In den letzten Jahren ist der Aufwuchs von Bäumen und Büschen dem historischen Denkmal immer näher gerückt. Reduzierung und Entfernung des Bewuchses dienen der Sicherung der historischen Bausubstanz und rücken die Burg im Ortsbild wieder stärker in den Blick. "Wir sind froh, dass diese Maßnahme durchgeführt wird, die der Burgruine gut tut und diese langfristig schützen hilft“, so Ortsbürgermeister Herbert Pung.


Virneburg

Freischnitt Virneburg

Der Burgeigentümer, der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz mit Sitz in Köln, freut sich über die Aktion, gehört die Burg doch seit 105 Jahren zum Verein und soll auch weiterhin ein attraktives und sicheres Ausflugsziel sein. Gerade bei Wanderern ist die Virneburg beliebt. Erst 2018 wurde das zehnte Jubiläum des Premium-Wanderwegs Traumpfad VirneBurgWeg gefeiert. Für das neue Jahr 2019 ist die Ruine nun fit; der Rückschnitt dürfte einige Jahre vorhalten.


Stellungnahme des RVDL zum landschaftszerstörenden Lava- und Basaltabbau in der Vulkaneifel

Die Vulkaneifel ist eine landschaftlich reizvolle und abwechslungsreiche, aber leider verwundete Gegend. Die sich auf kleinstem Raum aneinander reihenden Abgrabungen, um Lava und Basalt abzubauen, nehmen der Landschaft zunehmend ihren Reiz. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) ist überregional in der ehemaligen Rheinprovinz und damit außer im nordrhein-westfälischen Rheinland auch in Rheinland-Pfalz, in Teilen Hessens und im Saarland vertreten. Er stellt somit eine gewichtige Stimme dar. Die gegenwärtig in der Abstimmungsphase befindliche Raumordnungsplanung in der Region Trier nimmt er zum Anlass, entschieden auf einige herausragende Alleinstellungsmerkmale dieses Gebiets hinzuweisen:

  • In ganz Mitteleuropa gibt es nur zwei kleine quartäre Vulkangebiete: Das Gebiet um den Laacher See bis Mayen, das durch den Gesteinsabbau bereits weitgehend zerstört ist, und das westeifler Vulkanfeld im ehemaligen Landkreis Daun, heute Vulkaneifel. Die typische quartäre Vulkanlandschaft ist dort trotz der bereits erfolgen zahlreichen Eingriffe noch in großen Teilen erhalten und darf für sich in Anspruch nehmen, einmalig in Deutschland zu sein. Es handelt sich hier zweifelsohne um ein nationales Naturerbe, eine Kulturlandschaft, die es in dieser Form in der gesamten Republik nicht noch einmal gibt.
  • Der Landesentwickungsplan (LEP IV) von Rheinland-Pfalz trägt diesem Tatbestand Rechnung, indem er von einer „Landschaft mit bundesweit einzigartiger vulkanischer Prägung“ spricht. Jedoch räumt er an anderer Stelle der Rohstoffsicherung ein „besonderes Gewicht“ ein, ohne im Detail auf den darin innewohnenden Widerspruch einzugehen.
  • Die Landschaft der Vulkaneifel zählt der Landesplanung zufolge zu den „Erholungs- und Erlebnisräumen mit landesweiter Bedeutung“. Da diese Kulturlandschaft der Vulkaneifel mit ihrem Inventar an verschiedenen Landschaftselementen, die touristisch weitgehend erschlossen und von Köln und der Rheinschiene in ein bis eineinhalb Stunden gut erreichbar sind, hat sie jedoch mehr als nur eine landesweite Bedeutung. Sie bedient erfolgreich mindestens zwei Bundesländer und hat damit überregionale bis nationale Bedeutung, was als Tourismusfaktor viel stärker zu berücksichtigen ist.
  • Der Landesentwicklungsplan geht seinem verbindlichen Ziel 91 vollkommen zutreffend darauf ein, wenn er festlegt, dass für solche Landschaften „die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft vorrangig zu sichern und zu entwickeln“ sind. Vorrangig bedeutet, dass dieses Ziel vor allen anderen konkurrierenden Nutzungsansprüchen zu verfolgen ist.
  • Daraus folgt für den RVDL: die komplexe Natur und Landschaft sind als prägende Elemente einer alten Kulturlandschaft vor anderen in dieser Abwägung herausragend zu bewerten. Die Einzigartigkeit der Landschaft mit ihrer Ausstattung stellt bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal dar.
  • Eine zukunftsweisende Planung hat deshalb festzulegen, dass über die bereits bestehenden bzw. genehmigten Gruben hinaus weder neue Aufschlüsse gestattet noch Erweiterungen vorhandener Abgrabungen zugestanden werden. Um dieses angesichts der bisher geübten Praxis zwingend erforderliche Ziel zu erreichen, muss das gesamte Abgrabungsgebiet – ob vorhanden oder potentiell – einem Ausschlusskatalog unterzogen werden. Der Rheinische Verein stellt dazu gern die nötigen Informationen zur Verfügung, um festzulegen welche Elemente dieser quartären Vulkanlandschaft auf keinen Fall mehr angegriffen werden dürfen. Da die gesamte Landschaft mit einem hohen Naturpotential ausgestattet ist und enorme Reize für einen weiter auszubauenden sanften Tourismus bietet, fordert der RVDL: Schluss mit jeder weiteren Abbauüberlegung! Die Landschaft ist bereits gebeutelt genug. Die ungebremste Ausbeutung zu Lasten von Mensch und Natur muss ein Ende haben. Dieses Ziel im Sinne der Vorgaben des Landesentwicklungsplans zu fixieren, ist Aufgabe der Regionalen Raumordnung. Ein Alleinstellungsmerkmal muss Vorrang haben. Die wirtschaftliche Entwicklung der Region hat weit mehr Umsatz und Beschäftigungsmöglichkeiten durch den Tourismus als durch weitere Gruben, die kaum Personal benötigen.- Zudem weist der RVDL nachdrücklich darauf hin, dass die Abgrabungen erheblichen Einfluss auf den Wasserhaushalt haben, der in der Vulkaneifel durch die Mineralbrunnen in Gerolstein und Dreis ein prägender Wirtschaftszweig ist und weit mehr Menschen beschäftigt als der Gesteinsabbau.

    Fazit: Der RVDL fordert die Landesregierung und die im Landtag von Rheinland-Pfalz vertretenen Parteien eindringlich auf, der weiteren Zerstörung einer einzigartigen und einmaligen Landschaft nicht weiter tatenlos zuzusehen, sondern unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, die das selbst als vorrangig ausgegebene Ziel des Schutzes und der Sicherung dieser Landschaft tatsächlich gewährleisten.
  • 23.7.2018
  • Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V.
    Mark vom Hofe, Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Fachgruppe Landschaftsschutz des Rhein. Vereins
    Dr. Sibylle Bauer
    Prof. Hans Erkert
    Hartmut Schmidt
    Roland Thelen, Regionalverband Eifel des Rhein. Vereins


Die Jahresversammlung 2018 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz fand vom 22. bis 24. Juni in der Abtei Rolduc statt, einer bedeutenden Abtei in Kerkrade in den heutigen Niederlanden


„Europäisches Kulturerbe, Grenzen überwindend“ Jahrestagung 2018 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in der Abtei Rolduc (Kerkrade, Niederlande)
Die Jahresversammlung 2018 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz fand vom 22. bis 24. Juni in der Abtei Rolduc statt, einer bedeutenden Abtei in Kerkrade in den heutigen Niederlanden. Durch Jahrhunderte ist an ihr gebaut, restauriert, umgebaut worden, und durch die immerwährende Transformation wurde sie kulturell geschützt. Die Kirche mit ihrer qualitätvollen Ausmalung aus dem 19. Jahrhundert bot den festlichen Rahmen der Veranstaltung. Die Tagung dokumentierte einige der Ziele und Perspektiven des Vereins: Heutige territoriale Grenzen hat er niemals als die unveränderlichen Grenzen seines kulturellen Engagements verstanden und dies im Europäischen Kulturerbejahr 2018 mit der Wahl Rolducs als Versammlungsort und mit dem Motto der Festversammlung „Europäisches Kulturerbe, Grenzen überwindend“ zum Ausdruck gebracht. Zu der öffentlichen Versammlung begrüßt der Vorsitzende des Vereins, der frühere NRW-Landesminister Prof. Dr. Christoph Zöpel, namhafte Redner: Gouverneur Theo Bovens, Kommissar des Königs für die Provinz Limburg, und Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, betonten beide die Wichtigkeit von Denkmalpflege und Landschaftsschutz, von bürgerschaftlichem Engagement und von grenzübergreifender Zusammenarbeit. Heutige oft zufällige politische Grenzen verlaufen durch Kultur- und Landschaftsräume, die über Jahrhunderte als Einheit entstanden sind. Dass der Austausch schon im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit entscheidender Faktor für das Entstehen des europäischen Kulturraums war, machte Prof. Dr. Marc-Aeilko Aris von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Hauptvortrag eindrucksvoll deutlich, teils auch in der lange für Europa grenzübergreifend verbindlichen Sprache: Latein. Unter den Gästen waren Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbands Rheinlands, Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Milena Karabaic, LVR-Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, die Vorstandsmitglieder des Rheinischen Vereins Prof. Dr. Matthias Müller, Dr. Ulrich Stevens und Rolfjosef Hamacher, der Bürgermeister der deutschen Nachbargemeinde Herzogenrath Christoph von den Driesch, der frühere RVDL-Vorsitzende Landrat a.D. Frithjof Kühn, der frühere NRW-Landesminister und Ehrenpräsident der NRW-Stiftung Harry K. Voigtsberger sowie zahlreiche Mitglieder aus den 13 Regionalverbänden und den Gremien des Rheinischen Vereins in der ganzen Preußischen Rheinprovinz. Der niederländische Heimatbund Bond Heemschut wurde durch Ton Gijsbers vertreten. Die Brassband aus dem belgischen Willebroek gestaltete den musikalischen Rahmen, u.a. mit Beethovens „Ode an die Freude“, der Europahymne.



Neujahrsempfang des Rheinischen Vereins im Landesmuseum Mainz

Am 7. Februar 2018 feierte der Rheinische Verein seinen zweiten Neujahrsempfang, zu dem er ins Landesmuseum Mainz eingeladen hatte.

Der Vorsitzende Prof. Dr. Zöpel und der Stellv. Vorsitzende Prof. Dr. Müller betonten die Bedeutung von bürgergesellschaftlichem Engagement für die Erhaltung und Vermittlung von Denkmälern. Der Ausgleich zwischen den Interessen sei nicht leicht, und es bestehe immer die Gefahr, dass kulturelles Erbe – beispielsweise die Kuranlagen in Bad Neuenahr – in akute Gefahr geraten. Ein Grußwort sprach der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Dr. Harzenetter. Auch in seinem Bundesland sei der Rheinische Verein aktiv und geschätzt.


Mainz

Prof. Dr. Christoph Zöpel, Vors. des RVDL, Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes RLP, Prof. Dr. Matthias Müller, stellv. Vors. des RVDL, Foto: RVDL/David Klammer

Minister Prof. Dr. Konrad Wolf dankte für aktive Vereinsarbeit in Rheinland-Pfalz. Er würdigte besonders auch das Europäische Kulturerbejahr 2018 und hob das Thema Welterbe Mittelrheintal hervor. Gemeinsam mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe RLP und der Entwicklungsagentur RLP plant der Rheinische Verein für Herbst 2018 eine Tagung zum Thema.

Das Thema Kulturerbejahr hatte die Festrednerin, Dr. Britta Hentschel, für ihren Beitrag über die Zeitschichten der europäischen Stadt aufgegriffen. Sie führte mit ihrem Vortrag nach Rom und ließ manche interessante Parallele zu Mainz aufscheinen.

Das Ensemble Favole Musicali gestaltete den musikalischen Rahmen. Bei Imbiss und Getränken gab es langen und angeregten Austausch.


Neujahrsempfang auf Schloss Benrath

Mit 150 Gästen feierte der Rheinische Verein seinen Neujahrsempfang auf Schloss Benrath. In ihren Ansprachen betonten der Vorsitzende Prof. Dr. Christoph Zöpel und die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in NRW, Ina Scharrenbach, die Bedeutung von Denkmälern für Heimat und die Rolle des Ehrenamts – gerade auch im Europäischen Kulturerbejahr 2018. Der Hausherr, Prof. Dr. Stefan Schweizer, sprach zur Europäischen Gartenkunst, ein Ensemble der Neuen Düsseldorfer Hofmusik gestaltete eine musikalische Europareise. Bei Imbiss und Getränken im Vestibül gab es Gelegenheit zum Austausch.


Kuppelsaal

Kuppelsaal Schloss Benrath, Foto: RVDL/Matthias Jung


Stellungnahme des RVDL zum Thema Grüngürtel / 1. FC Köln

Grüngürtel, Stellungnahme RVDL (PDF, 301 KB)

Grüngürtel Aufruf zur Pedition (PDF, 216 KB)


Der neue Flyer "Die Burgruine Virneburg"

Flyer ... (PDF, 769 KB)


Aussichtsplattform Rabenlay in Oberkassel eröffnet

Von der neuen Aussichtsplattform an der Rabenlay können die Besucher über den Rhein bis zum Heiderhof blicken. 16 Tafeln informieren über den Fund einer steinzeitlichen Doppelbestattung.


Aussichtsplattform Oberkassel

Foto: Benjamin Westhoff

Spektakulärer Blick über das Rheintal

Die 24 Quadratmeter große Aussichtsplattform hat eine Länge von etwa neun Metern und ermöglicht einen spektakulären Blick über das Rheintal. Insgesamt 16 Tafeln bieten neben Angaben zur steinzeitlichen Oberkasseler Doppelbestattung zahlreiche Informationen zum Naturschutzgebiet, zur Geologie und zu verschiedenen Themen der Kulturlandschaft. Der für die Region, aber auch für ganz Deutschland und Europa bedeutsame Grabfund beim Steinbruch am Stingenberg vor der Rabenlay wird so als Teil der Kulturlandschaft und ihrer Entwicklung neu erlebbar gemacht. Bereits im Juli gab es Überlegungen, im Umfeld der einstigen Fundstelle einen Ort zu schaffen, an dem die herausragende Bedeutung des Fundes in angemessener Weise gewürdigt werden solle. Immerhin zählt die 1914 im Zuge von Steinbrucharbeiten im Bereich der Rabenlay geborgene Doppelbestattung eines Mannes und einer Frau aus der Zeit um 14.000 vor Christus zu den bedeutendsten altsteinzeitlichen Funden Europas. Die Originale werden heute mitsamt der in den letzten Jahren bei der Neubearbeitung gewonnenen Ergebnisse im LVR-Landesmuseum Bonn präsentiert.


Europäischen Tag für Denkmalpflege


Bild

v.l.n.r. Minister Wolf, Christin Theisen (RVDL-Projekt "Stimmen und Stimmungen an der Mosel"), Dr. Martin Bredenbeck (RVDL, Geschäftsführer), Dr. Karl-August Heise (RVDL, Vorsitzender des Regionalverbands Trier), Foto: RVDL

Prof. Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, hat am Europäischen Tag für Denkmalpflege am 10. Juni 2018 auch den RVDL-Stand in den Kaiserthermen in Trier besucht. Er informierte sich über die Arbeit des Vereins in Trier und im gesamten Vereinsgebiet, freute sich über das neu erschienenen Heft „Rheinische Kunststätten: Das Staatstheater Mainz“ und kam auch in Kontakt mit der Mitarbeiterin des RVDL-Projektes „Stimmen und Stimmungen an der Mosel“.


Rathaus Mainz

Kunsthistoriker (Matthias Müller und Gregor Wedekind) heben Bedeutung der "republikanischen Burg" hervor und kritisieren die Sanierungspläne

Zeitungsausschnitt (PDF, 214 KB)


Zeitungsausschnitt

AZ 29.11.2017

Brief des RVDL an das Rathaus Mainz (PDF, 263 KB)


Geschäftsstelle

Rheinischer Verein startet mit neuem Vorstand

Der 1906 gegründete Rheinische Verein ist die starke Stimme für Denkmalpflege und Landschaftsschutz in der früheren Rheinprovinz, vom Niederrhein zum Oberen Mittelrheintal, von Trier bis ins Bergische Land. Gemeinsam mit ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger vertreten wir unsere Ziele gegenüber Politik und Verwaltung und sorgen für eine starke zivilgesellschaftliche Lobby.

Die Mitgliederversammlung des Rheinischen Vereins hat bei ihrer Jahrestagung 2017 im Collegium Albertinum in Bonn vier neue Vorstandsmitglieder gewählt.

Neuer Vorsitzender ist seit dem 30. Juni 2017 Prof. Dr. Christoph Zöpel. Der von 1980 bis 1990 für den Denkmalschutz in Nordrhein-Westfalen zuständige Minister sieht wichtige Themen des Vereins - auch angesichts der neuen Landesregierung in NRW - v.a. in der Förderpolitik, in der Stärkung des Ehrenamts, in der Vermittlungsarbeit und im gemeinsamen Gestalten des Europäischen Kulturerbejahres 2018.

Stellvertretender Vorsitzender ist Prof. Dr. Matthias Müller, der an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Kunstgeschichte lehrt und Mitglied des Landesbeirats für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz ist.

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: der Vorsitzende der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, Mark vom Hofe, der als Journalist beim WDR tätig ist, sowie Dr. Ulrich Stevens, früher Denkmalpfleger am Amt für Denkmalpflege im Rheinland, der einen Schwerpunkt u.a. auf digitale Sicherung und Vermittlung von Denkmalen legt. Dem Vorstand gehören außerdem Landesrätin Milena Karabaic, Kulturdezernentin des LVR, RA Rolfjosef Hamacher als Schatzmeister sowie der Kunsthistoriker Dr. Martin Bredenbeck als Geschäftsführer an.

Der neue Vorstand will sich den vielfältigen Facetten des Vereins - darunter Bau- und Bodendenkmäler, Ehrenamt in der Denkmalpflege und Denkmalvermittlung, junge Denkmale der Nachkriegsmoderne, Landschaftsschutz vor Veränderungen durch Rohstoffabbau und Energiewende, das Kulturerbe der Flusslandschaften von Rhein und Nebenflüssen, archäologische und vorzeitliche Funde und ihre Präsentation - nun mit ganzer Kraft widmen.


Publikationsliste des Bund Heimat und Umwelt zu den Themen Bürgerschaftliches Engagement, Kulturlandschaft, Natur und Umwelt sowie Baukultur und Denkmäler.

BHU Publikationsliste (PDF, 1,51 MB)


Bodendenkmalschutz und Bodendenkmalpflege in Kobern-Gondorf

- Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Bereich des Grabungsschutzgebietes „Gondorf–Römerstraße“
- Berücksichtigung der bodendenkmalpflegerischen Belange

Der Vorstandsvorsitzende, Herr Prof. Dr. Horn, hat sich in einem Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Kobern-Gondorf gewandt.

Brief RVDL Kobern-Gondorf (PDF, 254 KB)


Kooperation des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz mit dem Kölner Zoo zur Wiederherstellung des Südamerikahauses


Der Rheinische Verein wird mit seinem breiten bürgerschaftlichen Engagement die Sanierung des Südamerikahauses im Kölner Zoo vor allem unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten begleiten.

Die Presseerklärung mit weiteren Informationen finden Sie hier» (PDF, 269 KB)


Scheckübergabe: 250.000 Euro für Sanierung des Südamerikahauses im Kölner Zoo


Südamerikahaus

Köln, 15. März 2017

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt auf Anregung des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V. die künftige Sanierung des Historischen Südamerikahauses im Kölner Zoo mit einem Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro.

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, übergab heute stellvertretend die schriftliche Förderzusage an die Zoovorstände Prof. Theo B. Pagel und Christopher Landsberg. „Mit diesem Betrag kommen wir einen Schritt voran auf dem Weg der Instandsetzung dieses für Köln einzigartigen Gebäudes“, betonten die Zoovorstände.

Das Geld fließt in die grundlegende Sanierung des denkmalgeschützten Südamerikahauses. Es wurde 1899 im Stil einer russisch-orthodoxen Kirche erbaut und ist mit seiner Architektur einmalig im gesamten Rheinland. Bei der Fassadengestaltung steht der Denkmalschutz im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk für die Innennutzung liegt auf den Themen Besucherattraktivität und Energieeffizienz.

Theo Pagel: „Nach Sanierung und Umbau wollen wir unseren Gästen eine attraktive Regenwaldlandschaft präsentieren, in der sich Affen, Vögel und andere Tiere Mittel- und Südamerikas frei bewegen können.“ Christopher Landsberg: „Wir danken der NRW-Stiftung und dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. Ohne Partner wie diese wäre die Verwirklichung unserer ehrgeizigen Pläne nur sehr schwer möglich.“

Im Zuge des Jubiläumsjahres „Danke Berlin – 200 Jahre Preußen am Rhein“ hatten der Rheinische Verein und der Kölner Zoo 2015 eine Kooperation vereinbart, um gemeinsam für das bedeutende Kulturerbe der Zoo-Bauten aktiv zu werden.

Das Südamerikahaus zählt neben den Schweizer Blockhäusern, dem Alten Elefantenhaus im maurischen Stil und der klassizistischen Direktorenvilla zu den ältesten Bauten des Kölner Zoos.