Werden Sie gemeinsam mit uns aktiv für Baukultur, Denkmalpflege und Kulturlandschaft!

Sicht auf die Heisterbacher Klosterruine

Veranstaltungen


Samstag, 6. April 2019

Führung
Treffpunkt: 11.00 Uhr, Parkplatz Naturfreundehaus Hardt, Hardt 44, 51429 Bergisch-Gladbach- Herkenrath
Dauer: ca. 2 Std
Anfahrt: ÖPNV vom Busbahnhof in Bensberg (Endhaltestelle der KVB-Linie 1) fährt die Buslinie 454 nach Herkenrath, Zielhaltestelle „Straßen“, dann Fußweg zur ehemaligen Grube Blücher bis zum Naturfreundehaus ca. 25 Min.
Referenten: Herbert Ommer und Dr. Alexander Kierdorf

Grube Blücher, Beispiel für den Bergbau im Bergischen Land
Der Bergbau im Bergischen Land hat eine jahrhundertelange Tradition. Mitte des 19. Jh. erlebte er aufgrund moderner Abbaumethoden und Verhüttungstechniken einen ungeahnten Aufschwung. Zu Beginn des 20. Jh. kam er zum Erliegen. Eines der bedeutenden Bergwerke war die Grube Blücher zwischen Bensberg und Herkenrath. Herbert Ommer, ein Fachmann für die Montangeschichte, und Dr. Alexander Kierdorf werden bei dem Rundgang die noch vorhandenen Bergbaurelikte und neue Erkenntnisse zur Grube Blücher vorstellen.


Samstag, 13. April 2019

Führung
Treffpunkt: 15.00 Uhr, Köln, Roddergasse/ Aggerstraße
Referent: Dr. Alexander Kierdorf

Das Gremberger Wäldchen
Das Gremberger Wäldchen, eine alte Mischwaldanlage mit einer wertvollen Bodenflora, wurde 1892 von der Stadt Köln erworben, um der Bevölkerung im Rechtsrheinischen einen nahen Erholungsraum im Grünen zu schaffen. Der damals verwilderte Wald wurde von der Stadt Köln saniert: es entstanden neue Wege sowie zwei kleine Teiche. Das Forsthaus wurde zum beliebten Ausflugsziel der Kölner.

Besucht wird auch die Gedenkstätte für 74 hier begrabene sowjetische Zwangsarbeiter, die in einem nahegelegenen Krankenlager untergebracht waren und in den Jahren 1941 bis 1945 ermordet wurden. Es sind außerdem Bombenopfer bestattet sowie Opfer einer NS-Mordaktion von April 1945.


Samstag, 27. April 2019

Fahrradtour
Treffpunkt: 11.00 Uhr, Ort wird mit Anmeldebestätigung bekannt gegeben
Referenten: Thomas Hilker u. Ulrich Markert
Anmeldung: erforderlich bei Ulrich Markert, Tel.: (0221) 2 57 60 94 oder E-Mail: ulma-colon@t-online.de
Teilnehmer: max. 30 Personen


Fahrradtour

Fahrradtour, Foto: Karl-Peter Wiemer

Eine Stärke von Köln: das vernetzte Grünsystem
Auf dieser Radtour werden Historie, gegenwärtige Probleme und Zukunftsaussichten unseres einmaligen Kölner Grünsystems thematisiert. Wir radeln durch Teile des Inneren und Äußeren Grüngürtels. Dabei besuchen wir den Volksgarten mit seinen preußischen Befestigungsanlagen, Ausgangspunkt der Grünachse Süd, in der auch der etwa 25 Jahre später entstandene Vorgebirgspark liegt. Über den Militärring geht´s in den Äußeren Grüngürtel zum Kalscheurer Weiher, dem im Dornröschenschlaf versunkenen Fort VII und der vom FC Köln verplanten Gleueler Wiese in der Nähe des Geißbockheims. Unterwegs kommen wir an ehem. Bandkeramiksiedlungen und Anlagen aus der Römerzeit vorbei.
Am Decksteiner Weiher sehen wir das von Sportclubs und Musikgruppen genutzte Fort VI mit seinem Felsengarten und durchstreifen das zukunftsweisende Experimentierfeld Waldlabor. In der Nähe des Adenauerweihers liegt die Wasserquelle der Lindenthaler Kanäle, Verlauf der Grünachse West.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stadt Köln und FORTIS COLONIA e.V.


Montag, 13. Mai 2019

Vortrag
Treffpunkt: 19.30 Uhr, Domforum
Referent: Dr. Helmut Fußbroich


Adenauer-Kopf

Adenauer-Kopf, Hubertus von Pilgrim 1981

Zur Entwicklung des Personendenkmals in Deutschland nach 1945
Als nach 1945 in Deutschland die Frage aufkam, ob und wie verdienten Personen ein Denkmal gesetzt werden sollte, löste dies eine breit geführte Grundsatzdebatte aus. Widerstand gründete sich sowohl auf das Unbehagen an der Vielzahl der vom preußischen Staat initiierten Denkmäler, als auch auf der vom aufstrebenden Bürgertum gegen Ende des 18. Jh. ausgelösten Personendenkmälerwelle – die Rede von der Denkmalpest machte die Runde. Konkret wurde die Auseinandersetzung, als es galt, dem für die Identitätsfindung der Bundesrepublik wichtigen Graf von Stauffenberg (1907– 1944) ein Denkmal zu setzen: von Stauffenberg bekam mit der Statue „Der Gefesselte“ ein überindividuelles Denkmal.
Als Bernhard Heiliger gleichzeitig das von ihm geschaffene Denkmal für Max Planck, also für einen Gelehrten, präsentierte, war der Bann gebrochen und zugleich ein Maßstab gesetzt: Ein Personendenkmal sollte über das Merkmal Ähnlichkeit hinausgehen und auf das Wesentliche einer Person zielen. Um 1980 mussten die Künstler wegen der gewandelten Vorstellung von Kunst einen neuen Weg des künstlerischen Ausdrucks finden. Diesen Weg verfolgt der Vortrag auch anhand von Beispielen aus Köln.


Freitag, 17. Mai 2019 - keine freien Plätze mehr

Führung
Treffpunkt: 17.00 Uhr, Grabkammer Köln-Weiden, Aachener Str. 1328
Referent: Prof. Dr. Heinz-Günther Horn
Teilnehmer: max. 20 Personen
Anmeldung: bis 26. April 2019 bei der Geschäftsstelle des RVDL unter rheinischer-verein@lvr.de oder 0221 809-2804
Kosten: 5,- €

Römergrab in Köln-Weiden
Bei der Grabkammer in Köln-Weiden handelt es sich um die besterhaltene unterirdische Grabanlage aus römischer Zeit nördlich der Alpen. In ihr hat eine reiche Gutsfamilie vom 2. Bis 4. Jh. bestattet. Mit ihrer antiken Ausstattung ist sie einzigartig; sie vermittelt zudem ein außergewöhnliches Raumerlebnis. 1843 zufällig bei Ausschachtungsarbeiten entdeckt, wurde sie von dem damaligen Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner wiederhergestellt, mit einem Schutzbau und einem Wärterhaus versehen. Das Ensemble, das unbeschädigt das 19. Jh. und die beiden Weltkriege überstanden hat, zählt zugleich zu den frühesten Beispielen ganzheitlicher staatlicher Denkmalpflege in Deutschland. Es war lange für die Öffentlichkeit geschlossen. Derzeit wird es zu einem außerschulischen Lern- und Erlebnisort umgestaltet. Für seine Pflege und seinen Betrieb sorgt der Förderverein Römergrab Weiden e.V.


Grabkammer Köln-Weiden

Grabkammer Köln-Weiden, Foto: Ulrich Hermanns


Samstag, 18. Mai 2019 (Wiederholung vom 17.05.)

Führung
T
reffpunkt: 19.00 Uhr, Grabkammer Köln-Weiden, Aachener Str. 1328
Referent: Prof. Dr. Heinz-Günther Horn
Teilnehmer: max. 20 Personen
Anmeldung: bis 26. April 2019 bei der Geschäftsstelle des RVDL unter rheinischer-verein@lvr.de oder 0221 809-2804
Kosten: 5,- €

Römergrab in Köln-Weiden
Bei der Grabkammer in Köln-Weiden handelt es sich um die besterhaltene unterirdische Grabanlage aus römischer Zeit nördlich der Alpen. In ihr hat eine reiche Gutsfamilie vom 2. Bis 4. Jh. bestattet. Mit ihrer antiken Ausstattung ist sie einzigartig; sie vermittelt zudem ein außergewöhnliches Raumerlebnis. 1843 zufällig bei Ausschachtungsarbeiten entdeckt, wurde sie von dem damaligen Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner wiederhergestellt, mit einem Schutzbau und einem Wärterhaus versehen. Das Ensemble, das unbeschädigt das 19. Jh. und die beiden Weltkriege überstanden hat, zählt zugleich zu den frühesten Beispielen ganzheitlicher staatlicher Denkmalpflege in Deutschland. Es war lange für die Öffentlichkeit geschlossen.
Derzeit wird es zu einem außerschulischen Lern- und Erlebnisort umgestaltet. Für seine Pflege und seinen Betrieb sorgt der Förderverein Römergrab Weiden e.V.


Sonntag, 26. Mai 2019

Exkursion
Treffpunkt: 8.15 Uhr, P&R-Parkplatz „Weiden West“, Endstation Straßenbahnlinie 1, S-Bahn Köln-Weiden, Rückkehr ca. 20.00 Uhr
Kosten: 36,- € (Busfahrt, Eintritt, Führungen)
Leitung: Rudolf Conrads
Anmeldung: bis 15. März 2019 bei Rudolf Conrads, E-Mail: rc.conrads@gmail.com, Tel.: (0221) 6902035
Hinweis: In Weilburg besteht die Möglichkeit zum Mittagessen in der Gaststätte Bürgerhof. In Villmar wartet die Gaststätte Klickermill mit Kaffee und Kuchen. (Selbstzahler)

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Regionalverbände Bonn, Düsseldorf, Köln und Rhein-Erft


Lubentiusbasilika in Dietkirchen

Die romanische Lubentiusbasilika in Dietkirchen, Foto: Karl-Peter Wiemer

Weilburg, Dietkirchen und Villmar mit Lahnmarmormuseum
Die Exkursion führt zu einem landschaftlich sehr reizvollen Abschnitt des hessischen Lahntals und beginnt in der ehem. nassauischen Residenzstadt Weilburg. Die Stadt Weilburg birgt mit ihrem Schloss eine bedeutende barocke Schlossanlage. Das Hochschloss zählt zu den am besten erhaltenen Renaissanceschlössern in Hessen. Die Schlosskirche gehört zu den herausragenden ev. Kirchenbauten des deutschen Barocks. Der im Rahmen der Lahnkanalisierung im 19. Jh. errichtete und noch heute befahrbare Schiffstunnel unterquert die Weilburger Altstadt und ist ein bemerkenswertes Wasserbauwerk.

Der zweite Teil der Exkursion widmet sich dem Marmor von der Lahn – von hier aus erfolgte ab Ende des 16. Jh. die nahezu weltweite Verbreitung des Lahnmarmors. Das Zentrum dieses Wirtschaftszweiges lag über lange Zeit in Villmar. Das dort 2016 eröffnete Lahn-Marmor-Museum mit dem nationalen Geotop Unica-Bruch erinnert anschaulich an diese lange Tradition. Schließlich gilt es die romanische Lubentiusbasilika in Dietkirchen zu besuchen. Die Tradition als Kultort, Gerichtsstätte und wichtiger Verkehrsknotenpunkt ließen Dietkirchen ab dem 6. Jh. zu einem Ausgangspunkt der Christianisierung des Lahngaus werden.


Samstag, 15. Juni 2019

Führung
Treffpunkt: 15.00 Uhr, Gustav-Heinemann-Ufer, linksrheinischer Treppenaufgang zur Südbrücke
Dauer: bis ca. 17.00 Uhr
Referent: Dr. Ulrich Bock

Die Südbrücke
Die Südbrücke wurde im Auftrag der Preußischen Staatsbahnen zwischen 1906 und 1910 errichtet. Sie überspannte den Rhein mit ihrer dreiteiligen stählernen Hauptkonstruktion in einer Gesamtlänge von 368 m. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, war sie die erste der Kölner Rheinbrücken, die nach dem Krieg bereits im Mai 1946 wieder, zunächst provisorisch und eingleisig, für den Zugverkehr in Betrieb genommen wurde. Sie hat nicht nur wegen ihres Stahl-Fachwerkbaus, sondern auch – im Gegensatz zur Hohenzollernbrücke – wegen der teilweise erhaltenen neuromanischen Treppentürme mit ihren Reliefs eisenbahngeschichtliche Bedeutung und steht unter Denkmalschutz.

Die Führung stellt Lage, Konstruktion und das ikonographische Programm der Darstellungen dieses vernachlässigten Denkmals in den Fokus.


Dienstag, 18. Juni 2019

Führung
Treffpunkt: 16.00 Uhr, Kreuzung Heidelberger/ Waldecker Straße, neben der Sparkasse Waldecker Str.
Anfahrt: ÖPNV Stadtbahnlinie 3, Haltestelle Waldecker Straße; S-Bahn 11, Haltestelle Buchforst; KVB-Buslinie 159, Haltestellen Waldecker Straße (Sparkasse), Klaprothstraße (Kulturkirche, Kopernikusstr. 34, Köln-Buchforst)
Referent: Dr. Alexander Kierdorf

Bauhaus in Köln – die Weiße Stadt in Köln-Buchforst
Die Siedlung Weiße Stadt wurde als Teil des neuen Stadtviertels Buchforst in den Jahren 1929–1932 von den Kölner Architekten Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod errichtet. Die für die 1913 gegründete halbstädtische Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) gebauten Mietshäuser sind in parallelen Zeilen mit optimaler Sonneneinstrahlung angeordnet. Außerdem gehören zur Siedlung Ladenpavillons, Einfamilien-Reihenhäuser und die ebenfalls von Riphahn und Grod entworfene Kirche St. Petrus Canisius. Die weitgehend unverändert erhaltene Siedlung gilt als einer der Höhepunkte des Bauens im Stil der Klassischen Moderne im Rheinland. Der Rundgang berührt auch weitere bemerkenswerte Baukomplexe in Buchforst, die Vorläufer und Alternativen der in der Weißen Stadt verwirklichten Architektur darstellen.


Dienstag, 18. Juni 2019

Mitgliederversammlung
Treffpunkt: 17.30 Uhr, Kulturkirche, Kopernikusstr. 34

Hierzu erfolgt gesonderte Einladung; Gäste sind willkommen

Mitgliederversammlung in der Kulturkirche
Am südlichen Rand der Siedlung entstand in den Jahren 1965- 1968 die ev. Auferstehungskirche. Der als Sichtbeton-Großform ausgeführte Kirchenraum der Architekten Wolsky und Rasch öffnet sich nach Osten zu einem erhöhten Vorhof, um den sich das Gemeindezentrum (heute Seniorenheim) legt. Bereits seit 1992 wurde sie als eines der ersten Gebäude der 1960er Jahre unter Denkmalschutz gestellt. 2008 wurde die Kirche von der GAG übernommen, 2012 saniert und dient seither unter dem Namen „Kulturkirche Ost“ als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum.


11. bis 15. September 2019

Vorschau auf eine Exkursion 100 Jahre Bauhaus, Studienfahrt
Der RVDL nimmt das Jubiläum des Bauhauses 2019 zum Anlass für eine Bauhaus-Exkursion nach Weimar und Dessau. Auf dem Programm stehen die Bauhaus-Universität Weimar, Haus am Horn, Nietzsche-Archiv bzw. Haus Hohe Pappeln, Bauhaus-Gebäude und Meisterhäuser Dessau, Bauhaus-Museum (Eröffnung 8.9.19!), Arbeitsamt, Siedlung Törten und eventuell Kornhaus sowie Aufführung der Festivalbühne TOTAL im Bauhaus. Weitere Ziele sind die Fagus-Werke in Alfeld sowie der Wörlitzer Park.

Voraussichtliche Kosten (Fahrt, Übernachtung/Frühstück, Eintritte, Führungen) für Einzelreisende ca. 500,- €, bei Unterbringung im DZ ca. 430,- € p. P.
Auskunft erteilt Helmut Friedrichs, Tel.: (02131) 5947853; verbindliche Anmeldung unter E-Mail: sabinefriedrichs@web.de

Eine Gemeinschaftsaktion der Regionalverbände Bonn, Köln und Düsseldorf. Die Studienfahrt soll in Zusammenarbeit mit dem BDA Düsseldorf durchgeführt werden.


Vorstand

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Vorsitzende

Dr. Ulrich Krings
Stellvertretender Vorsitzender

Dr. Ulrich Bock

Dipl.-Volkswirt Rudolf Conrads

Dr. Helmut Fußbroich

Dipl.-Geograph Alexander Hess

Dr. Alexander Kierdorf

Ernst Küchler

Dr. Henriette Meynen

Dr. Gottfried Stracke

Dr. Franz Josef Talbot

Wolfgang Wegener

(Stand: 08.06.2018)


Kontakt

Dr. Ulrich Krings
Vincenz-Statz-Str. 15
50933 Köln
Tel.: (0221) 49 39 98 und 0171 54 10 800
E-Mail:

Prof. Dr. Barbara Schock-Werner
Am Hof 23
50667 Köln
Tel.: (0221) 25 82 144 und 0162 24 43 852
E-Mail:



Aktuelles

Stellungnahme Ellmühle Deutzer Hafen

Stellungnahme Ellmühle (PDF, 781 KB)

Stellungnahme des RVDL Grüngürtel / 1. FC

Grüngürtel, Stellungnahme RVDL (PDF, 301 KB)

Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 248, Montag, 26. Oktober 2015, Seite 9, Feuilleton

Einstürzende Altbauten
Hau rein:

Schinkels Friedrichswerdersche Kirche ist eines der kostbarsten Baukunstwerke Berlins.
Vom Bauboom bedrängt und schwer beschädigt, droht ihr nun die nächste Zerreißprobe.
Nur selten verirren sich Besucher der Stadt hierher, obwohl jeder Reiseführer weltweit die Friedrichswerdersche Kirche immer noch als Kronjuwel neugotischer Baukunst empfiehlt, von Karl Friedrich Schinkel entworfen und die letzte im Original erhaltene von seiner Hand. Die Kostbarkeiten der Skulpturensammlung des Berliner Klassizismus gab es inklusive, denn die Stiftung Preußischer Kulturbesitz machte aus der Kirche, der die Gemeinde abhandenkam, ein spektakuläres Museum. Die Skulpturen werden hier schon seit drei Jahren nicht mehr gezeigt, sind ins Depot gerettet worden, als es das fragile Kirchenschiff fast zerriss: In unmittelbarer Nachbarschaft begann die Bauwert Investment Group die Grube für die Tiefgarage ihrer „Kronprinzengärten“ auszuheben. Darüber sind nun aufdringlich nah an die Kirche Wohnungen „im gehobenen Segment“ gebaut worden, mit schinkelnden Fassaden und obendrauf einem großen Pool.
Weil garantiert traditionsfrei, hat man extra eine königliche Hoheit gebeten, für den in Leinen gebundenen Werbekatalog ein Vorwort zu schreiben, mit allerlei Schmankerln aus der kaiserlich-preußischen Familienvergangenheit. Jetzt wird es heikel, denn die Schuldfrage wegen der verheerenden Risse und Instabilitäten in der Kirche seit Baubeginn nebenan ist zu vermeiden. Weil nicht nur diese Firma hier baut und die Sache vor Gericht sich nicht nur ewig hinziehen, sondern ausgehen könnte wie das Homberger Schießen. Denn leider wird gerade dort in Berlins Mitte alles um- und umgegraben, was als besonders schütter und darum gefährdet gilt, von der U-Bahn über die Staatsoper und die Museumsinsel bis zum Schloss. Wobei letztere Großbaustelle den Vorbildlichkeitsorden verdiente, da sie als einzige ohne jeden Störfall bisher vorankommt.
Die Bauwert Investment Group jedenfalls reagierte rasch, schloss mit der Landeskirche, der Eigentümerin dieses außerordentlichen Baukunstwerkes, einen sogenannten Nachbarschaftsvertrag: Sie übernahm freiwillig, wie immer wieder gern betont wird, die Notreparaturen. Ins beschädigte Fundament wurde jede Menge Zement gepumpt, um zu verhindern, das Schinkels neugotisches Juwel in den berüchtigten märkischen Sand kippt; die zahlreichen und großen Risse im herrlichen Kreuzrippengewölbe und an den Pfeilern wurden und werden zugeschmiert und übertüncht, auf den Rissen der Bodenplatten liegt Pappe.
Seit drei Jahren schon ist die Museumskirche darum unbetretbar und die Anmutung einer Kathedrale Vergangenheit, denn das Innere ist seitdem und auf unbestimmt lange Zeit nur noch ein Gewirr aus Gerüststreben, die hoffentlich verhindern, dass es die Kirche endgültig zerreißt. Der Aufschrei der Bewunderer und Liebhaber dieser Kirche war leise, bis ins Rathaus oder in die Denkmalschutzbehörde kann er nicht gedrungen sein, nur deren Schweigen zum Skandal ist eine klare Antwort, die kaum Interpretationsspielraum zulässt.
Die deutlichen Bedenken der Landeskirche waren zwar angehört, aber als übertrieben offenbar zu den Akten gelegt worden. Genauso wie die „nicht behandelte mündliche Anfrage Nr. 20“ zur Beschädigung eines unersetzbaren Baudenkmales, eingereicht im Winter 2013 von den Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. So geht das hier. Der „Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin“, den es seit 1824 gibt und zu dessen Mitgliedern auch Karl Friedrich Schinkel gehörte, hat eine unmissverständliche, scharfe Protestnote verfasst, die zwar auf der offiziellen Website der Stadtverwaltung zu lesen, aber auch folgenlos geblieben ist. Die Mitglieder klagen an, dass die „skandalösen jüngsten Bauschäden an der Friedrichswerderschen Kirche von Karl Friedrich Schinkel“ niemals hätten auftreten dürfen, und heben unter anderem hervor, dass an Orten wie diesen wegen des schwierigen Baugrundes Tiefgaragen verboten gehörten. Doch nach der linkerhand fürs feine Wohnpublikum so folgenreich gebauten wird jetzt auch noch eine rechterhand der Kirche für das nächste Luxuswohnbauprojekt in die Tiefe gegraben.
Karl Friedrich Schinkel hatte seine Friedrichswerdersche Kirche bis 1831 an der Falkoniergasse erbauen lassen, auf relativ knappem Raum. Auf Wunsch des Königs führte er die gotische Variante seiner Pläne aus, doch ist ihr Innenraum dann doch anders, gewissermaßen klassizistisch geprägte Gotik, mit klaren Formen und Flächen und wunderschönen antikisierenden Details. Und sie ist ein Meisterwerk der Ingenieurkunst Schinkels, der die Lasten der Kirche durch breite, nach innen gezogene Wandpfeiler aufnehmen ließ. Dazwischen, elegant eingefügt, die Emporen mit ihrem schönen Schnitzwerk. Das hielt über Generationen und überstand, wenn auch beschädigt, den Bombenkrieg als eine der ganz wenigen Kirchen Berlins.
Hervorzuheben sind unbedingt – auch wenn diese Rafinesse der Vergangenheit angehört – die einzigartigen Lichtspiele der Chorfenster. Ausgeführt von Schinkel, der ja auch Maler und Bühnenbildner war, strahlten sie ins Innere und machten diese Kirche zum exclusiven lichten Museumsraum, wie ihn die Preußenstiftung zur Jahrtausendwende gestaltet hatte. Doch braucht er natürliches Licht und Sonne von draußen. Früher gab es das auch, viele Maler haben es festgehalten. Früher, als das Viertel drum herum mit Banken und überfüllten Wohnhäusern noch stand. Und eigentlich blieb das so als Voraussetzung für das Gesamtkunstwerk, bis der neue Bauboom auch diese Gegend erreichte.
Denn nie wurden die Chorfenster verschattet, was jedoch die Bauherren der „Kronprinzengärten“ wenig beeindruckte. Licht und Sonne okkupierten sie kurzerhand für die Balkone und Terrassen ihrer betuchten Kundschaft – wer hat, der darf sich nehmen. So viel Frevel muss man schon wollen. Falls Johann Gottfried Schadows weltweit geliebte marmorne Prinzessinnengruppe – Preußens Luise und Friederike Arm in Arm – jemals wieder gefahrlos im musealen Kirchenschiff stehen sollte, wird sie viel Kunstlicht brauchen, um aus Nachbars Schatten herauszuleuchten.
Unsichtbar sind bleibende Schäden. Der lange Zeit stabile Untergrund war Teil von Schinkels ausgetüftelten Bauingenieursystem, das statische Reserven schuf, die sogar den Krieg überstanden. Jetzt aber, warnt tief besorgt Kirchenoberbaurat Matthias Hoffmann Tauschwitz, seien all diese Reserven aufgebraucht. Unsinn, behaupten Besserwisser, weil Schinkel selbst falsch gerechnet habe. Das ist kein Witz, stand sogar in der Zeitung. Und vielleicht ist Schinkels „Ahnungslosigkeit“, was Berliner Baulöwengesinnung anbelangt, der Grund, warum wir nun in Phase II dieses denkmalpflegerischen Sündenfalls eintreten. Denn trotz Gefahr wurde stillschweigend die nächste Tiefgarage genehmigt. Angeblich bedürfe so was gar keiner Genehmigung, heißt es aus Bauboomfachkreisen.
Warum aber tritt an diesem Punkt weder die verantwortliche Senatsbehörde noch der Denkmalschutz auf den Plan? Warum verhindern sie, denen dieses Kleinod anvertraut ist, nicht den nächsten Angriff? Großspurig tönt der Bauherr rechter Hand, die Frankonia Eurobau, mit ihrem Projekt „Von Preußen nach Europa“ (sic!). Stararchitekten haben Wohnklötze der oberen Luxusklasse entworfen, und bei der Präsentation der Pläne rief eine hohe Berliner Beamtin verzückt aus, wie glücklich sich diese Neuberliner schätzen dürften, Schinkel sozusagen vom Sofa aus, im Wohnzimmer, zu genießen.
Weil Landeskirche und Preußenstiftung jetzt doch laut Alarm schlagen, verschickt Frankonia Eurobau forsch eine Stellungnahme, die den Eindruck erwecken soll, sie habe alle Auflagen eingehalten, zudem ein Baugrubenkonzept mit „einem feinausgeklügelten Alarmierungs- und Präventionsablauf entwickelt“, was mit der Landeskirche abgestimmt sei. Nur hat diese die Vereinbarung nicht unterschrieben und vermisst vor allem die Sensoren, die Alarm schlagen sollen, wenn es wieder kracht und reißt.
Dass man in Berlin am Schinkelplatz dem einzig echten historischen Gebäude weit und breit links und rechts historisierende Protzbauten zur Seite stellt, woran das Originale schweren Schaden nimmt, ist eine Groteske mit noch offenem Ausgang. Wenn es ganz dicke kommt, werden auch die feinsten Visitenkarten, die eitel auf die Nachbarschaft zur Friedrichswerderschen Kirche verweisen, nix mehr nützen. Denn dann ist Preußens gotische Elfe nur noch ein Pflegefall auf der Denkmalintensivstation.
Regina Mönch
Friedrichswerdesche Kirche (JPG, 453 KB)
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16. Juni 2013
Das Projekt einer Kölschen "Via Sacra" in der Diskussion. Kritische Anmerkungen (PDF, 52 KB)
Von Dr. Ulrich Krings

Stellungnahme des Vorstandes des Regionalverbands Köln des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege zu der ‚Via Sacra' (PDF, 19 KB)

15. April 2013
Das Hochhaus des „Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums" (IWZ) der FH Köln in Köln-Deutz - Denkmal und Abrisskandidat (PDF, 513 KB)
Von Dr. Ulrich Krings

Presseerklärung zur Charta von Bensberg (PDF, 8 KB)
Von Dr. Reinhard Heinemann


Projekte

Der Klingelpützpark in Köln - ein der sechziger Jahre

Aktuelle Situation für den Park

Für den jüngsten Park mitten im dicht bewohnten Herzen von Köln steht in Kürze eine unveränderbare Beeinträchtigung an. Die Montag-Stiftung mit Sitz in Bonn unterstützen Planungen, rings um den Klingelpützpark Schulen und Bildungseinrichtungen zu vernetzen, und die Stadt Köln beabsichtigt in diesem Zusammenhang auch die Errichtung von Neubauten auf dem Gelände des Klingelpützparks und in unmittelbarer Nähe zur mittelalterlichen Stadtmauer sowie zum Gereonsmühlenturm am Hansaplatz. In jüngster Zeit nun verdichten sich die Anzeichen dafür, dass hier mit großem Druck auf eine bauliche Realisierung gedrängt wird. Die Prämierung eines ersten Preises für die „Bildungslandschaft Altstadt Nord“ im September 2008 hat die Bürger der umliegenden Stadtviertel alarmiert.

Bedeutung des Parks

Der Ortsverband Köln des Rheinische Vereins hat mit seinem Denkmal des Monats September 2008 darauf hingewiesen, dass dieser vor über 40 Jahren geplante grüne Freiraum im Zentrum von Köln eine für stadträumliche Gestaltung zukunftsweisende Bedeutung hatte. Für die Kölner Innenstadt ist es die erste und bislang einzige Parkanlage seit der zunehmenden Verdichtung der Stadt in der Mitte des 19. Jh., die diesen Namen verdient.

Die bedeutendste Grünanlage des 20. Jh. in der Kölner Altstadt geht auf einen bereits 1958 und 1964 gefassten Entschluss des Kölner Stadtrates zurück. Das Land übereignete das mit dem Wegzug des Gefängnisses frei gewordene Gelände 1969 mit der Auflage, darauf eine öffentliche Grünanlage auszubauen. Ausgezeichnete Entwürfe von Bewerbern um den Peter Josef Lenné-Preis haben die großräumige Gestaltung maßgeblich geprägt. Hier soll auf die qualitätvollen Besonderheiten des Parks und seine Integrität und Bedeutung für die umliegenden Viertel und seine bisherige Unversehrtheit hingewiesen werden. Die Auflagen zu dem vom Land übereigneten Gelände haben bislang begehrliche Bauabsichten abgewehrt und Eingriffe in das Gelände verhindert. Dies sollte auch im Hinblick auf die qualitätvolle Gestalt des Parks für die Zukunft gelten, damit dieses außergewöhnliche Geschenk an die Stadt Köln auch der nächsten Generation weitergegeben werden kann. Schließlich beginnt hier mit dem Klingelpützpark der im 20.Jahrhundert immer weiter ausgebaute Grünzug Nord, der nun von der Innenstadt über den Mediapark bis zum Inneren und Äußeren Grüngürtel reicht.

Wesen des Parks

Das Anliegen der Montag-Stiftung, pädagogische Konzepte mit gestalterischen Lösungen zu verbinden, unterstützen wir nachhaltig. Allerdings sollten die Interventionspunkte im Bestand gesucht werden. Sowohl bei der Grund- und Hauptschule Gereonswall (Container) wie auch beim Hansagymnasium (Schulhof) oder beim Abendgymnasium (Mittelbau) gibt es hinreichend Anlass zu Verbesserungen, die auch den Klingelpützpark wieder positiv beeinflussen.

Die prämierten Planungen des Architekten-Teams Feld 72/ PlanSinn aus Wien mit einer „perforierten Randverdichtung" und der Bebauung des Hügels widersprechen dem ursprünglichen Konzept des Parks in fundamentaler Weise und werden vom Rheinischen Verein abgelehnt. Eine Definition von Baufeldern ist nicht gewünscht. Vielmehr soll der Parkcharakter der sechziger und siebziger Jahre erhalten werden. Dessen entscheidende Wesensmerkmale sind:

  • Offenheit zu den umliegenden Vierteln;
  • zeittypische Abgrenzung zu den Rändern mit gestalteten Mauern zur Kyotostraße, die aber nicht den Einblick und nicht den Zugang versperren,
  • die Integration von unterschiedlichen Sichtbetonelementen als zeittypische Gestaltungselemente im Park
  • der Klingelpütz-Schuttberg als Erinnerungsmal und landschaftsbildendes Element mit der großen davor liegenden Freifläche;
  • die planvolle Anlage des Baumbestandes mit Integration des Altbestandes aus den Höfen des alten Staatsgefängnisses;
  • Wegesystem und Nutzungskonzept für alle Altersstufen, da der Park für die umliegenden Viertel Gereonsviertel, Ursulaviertel und Eigelsteinviertel von großer Bedeutung als Ort der Naherholung mit ausgeprägt integrativer und multikultureller Bedeutung ist;
  • das heute in den Park integrierte Baudenkmal des Architekten Karl Hell, die ehemalige Volksschule Gereonswall aus den fünfziger Jahren ist zu bewahren und wiederherzustellen. Eine Entfernung der Container und der verunklärenden Anbauten ist schon lange überfällig. Die Schule galt einmal - heute kaum nachvollziehbar - als Musterbau einer „Punktschule", die sich durch helle Freundlichkeit , Sachlichkeit und Funktionsgerechtigkeit auszeichnete;
  • Erinnerungsort an das alte Klingelpützgefängnis (1834/1838-1969), das den Stadtteil über 100 Jahre geprägt hat;
  • der Ort als Mahnmal für die über 1.000 Menschen, die mit der Guillotine während der NS-Zeit in Köln hingerichtet wurden. Die Grabstätten am Hansaplatz und das Denkmal von Karl Burgeff aus dem Jahre 1979 auf dem Klingelpütz-Schuttberg erinnern daran.

In diesem Zusammenhang hat Prälat Helmut Moll, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das Martyrologium des 20. Jh., den Rheinischen Verein gebeten, exemplarisch auf Erinnerungszeichen und Denkmäler für mit Köln verbundene Gewaltopfer aus der Zeit des Nationalsozialismus hinzuweisen, die vor dem Vergessen bewahrt werden wollen: Dieser Bitte möchte sei hier gerne entsprochen und stellvertretend für die Vielen unschuldig zwischen 1933-1945 Hingerichteten der Rechtsanwalt Leo Trouet (1887-1944) genannt, der von der katholischen Partei 1927 für das Amt des Bürgermeisters im Eupener Stadtrat vorgeschlagen wurde. Als praktizierender katholischer Christ und Politiker, für den es keine Koexistenz mit den Machthabern des Nationalsozialismus geben konnte, wurde er am 11. September 1944 von der Gestapo verhaftet, die ihn in das berüchtigte Gefängnis Klingelpütz in Köln verschleppte. Dort wurde er in der Nacht vom 2. auf dem 3. November im Trakt der Gestapo zu Tode geschlagen. Sein Grabmal befindet sich heute auf dem Kölner Westfriedhof. Aus der Fülle der unbekannten Namen sei hier nur stellvertretend dieser eine Blutzeuge genannt. Allein im Jahre 1944 betrug die Zahl der Gefangenen im Klingelpütz mehr als 10.000 Personen.

Stellung des Rheinischen Vereins

Seit dem Denkmalschutzgesetz von 1980 gehören auch Grünanlagen, wenn sie als Kultur und Baudenkmäler Zeitdokumente darstellen zu den erhaltenswerten Kulturdenkmälern. Nach unserer Ansicht besitzt dieser größte Park in der Kölner Altstadt aus stadthistorischen, städtebaulichen sowie gartenarchitektonischen Gründen in hohem Maße Denkmalwert. Die städtische Denkmalpflege, das Amt des Kölner Stadtkonservators, hat auf dem Gelände bzw. unmittelbar angrenzend dem schon Rechnung getragen, indem mehrere Einzeldenkmäler unter Schutz gestellt (gemäß § 3 DSchGNW) und in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen wurden (Volksschule von Karl Hell aus den fünfziger Jahren sowie die gut erhaltenen Teile der Kölner Stadtmauer mit vorgelagertem Graben und der Gereonsmühlenturm). Zudem sind die letzten Umwandlungen der Grünanlage in enger Absprache mit dem Amt des Kölner Stadtkonservators vorgenommen worden. Da eine Unterschutzstellung der Parkfläche Klingelpützpark insgesamt noch nicht erfolgte, stellte der Rheinische Verein den Antrag, hierfür jetzt das denkmalrechtliche Verfahren gem. § 2 DSchGNW einzuleiten. Nur so kann erreicht werden, dass die schützenswerte Gesamtanlage des Parks mit den charakteristischen Gestaltungselementen der sechziger und frühen siebziger Jahre des 20. Jh. auch in naher Zukunft nach denkmalpflegerischen Grundsätzen bewahrt bleibt und auch bei geplanten Veränderungen im Park der wesentliche Grundcharakter behutsam fortgeschrieben wird.

Gottfried Stracke

 

Literatur

J. Bauer: Grünzug Nord, in: Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün, 200 Jahre Kölner Grün (= Stadtspuren Bd.30), Köln 2001, S.285-288.

H. Meynen: in: Glanz und Elend der der Denkmalpflege und Stadtplanung in Coeln1906-2006. Köln 2006, S.66ff.

H. Moll: Martyrium und Wahrheit, Gießen 2005, S. 114-118 .

 

Weitere Informationen

www.klingelpuetzpark.de


Denkmal des Monats

Der Arbeitskreis „Denkmal des Monats" stellt in unregelmäßigen Abständen ein ausgesuchtes Objekt von besonderer denkmalpflegerischer Bedeutung der Öffentlichkeit vor.

März 2019

Römerkanal in Hürth-HermülheimDie Römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln
Zu den bewundernswerten technischen Leistungen der Römer gehört die Wasserversorgung der Städte über Aquädukte. Die Eifelwasserleitung aus Nettersheim nach Köln ist der größte antike Technikbau nördlich der Alpen und eines der populärsten Bodendenkmäler des Rheinlandes. Aus fünf Quellgebieten (sog. „Sötenicher Kalkmulde“) transportierte ein 95,4 km langes Aquädukt täglich 20 Millionen Liter Trinkwassers nach Köln. Das vermutlich um 19 vor Chr. gegründete Oppidum Ara Ubiorum wurde seit etwa 30 n. Chr. über eine mehrere Kilometer lange, aus fünf Quellen des Vorgebirges gespeiste Wasserleitung versorgt. Diese reichte nach der Erhebung der Siedlung zur römischen Colonia um 50 n. Chr. und dem Ausbau zur Hauptstadt Niedergermaniens ab 80 n. Chr. nicht mehr aus. So errichteten die Römer gegen Ende des 1. Jahrhunderts eine neue Fernwasserleitung. Diese führte aus 100 Kilometer Entfernung Wasser aus der Eifel ins Stadtgebiet und war damit eine der längsten Wasserleitungen des Römischen Reiches. Als reine Gefälleleitung (Freispiegelleitung) konzipiert, schmiegte sich die Trasse der Leitung an das natürliche Geländerelief an. Da sie in ihrem Verlauf zahlreiche Geländehindernisse zu überwinden hatte, wie die Wasserscheide zwischen Maas und Rhein bei Kall, das Vorgebirge oder den Villerücken bei Rheinbach/Meckenheim, waren zahlreiche Umwegschleifen mit besonders schwachen Gefällen zu errichten. Aus diesem Grunde verdoppelte sich die Trassenlänge auf fast 100 km Länge bei einer direkten Entfernung in Luftlinie von 50 km. Den antiken Ingenieuren gelangen vermessungstechnische Leistungen, etwa mit Gefälleabschnitten von bis zu 0,1 % (1 m Gefälle auf 1000 m Strecke). Die Gesamtstrecke mit einem Höhenunterschied von rund 350 m wurde in mehrere Baulose eingeteilt, in denen gleichzeitig gearbeitet werden konnte. Nach fünf Jahren Bauzeit lieferte die Leitung Trinkwasser nach Köln. Bautechnisch gesehen handelt es sich beim „Römerkanal“ um einen Steinkanal, der nach dem letzten Leitungsanschluss bei Mechernich-Eiserfey mit einem begehbaren Querschnitt von 70 cm x 130 cm ausgestattet war. Die steinerne Rinne aus Mauerwerk oder Gussbeton (opus caementicium) war innen mit einem Wasserputz (opus signinum) und einem Zuschlag von Ziegelmehl ausgekleidet. Dadurch erhielt er seine hydraulische Wirkung, denn die Leitung wurde wasserdicht. Dieser Ersatzstoff, den man an Stelle der anderenorts üblichen Vulkanasche verwendete, sorgte für die auffällige Rotfärbung der Innenflächen der Kanalrinne.
Das bei den Römern beliebte, sehr kalkhaltige Eifelwasser führte freilich auch zu erheblichen Ablagerungen in der Leitung, dem Kalksinter. Dieser wurde im Mittelalter zu einem begehrten Baumaterial, das weit über das Rheinland hinaus besonders zu Säulen verarbeitet wurde. Trotz der Gewinnung von Kalksinter und anderem Baumaterial, was weitgehend zum Verschwinden der oberirdisch sichtbaren Teile des Bauwerks führte, blieben wesentliche Reste erhalten, die mit archäologischen Methoden erschlossen werden konnten.

Die römische Doppelleitung bei Hürth-Hermülheim
Die Wasserleitung bei Hermülheim wurde 1962 hinter der Realschule freigelegt. Sie besteht aus drei vollständigen und zwei angeschnittenen Aquäduktbögen. Die verschiedenen Bauphasen der Kölner Wasserleitung sind sehr deutlich sichtbar: Zuunterst liegt die aus Gussbeton gefertigte U-förmige Rinne der älteren Vorgebirgsleitung (um 30 n. Chr.). Zur Zeit der Gründung der Colonia (50 n. Chr.) gab man sie für den Bau einer neuen Leitung auf, die mit einem schwächeren Gefälle auf einen als Castellum divisorium (Wasserverteiler) genutzten Turm der neuen Stadtmauer auftraf. Das schwache Gefälle führte dazu, dass die hier ursprünglich unterirdisch geführte Leitung nach 50 n. Chr. oberirdisch auf Pfeilern verlegt werden musste (Hochleitung auf Bogenstellungen). Hierbei diente das Gerinne der Vorgängerleitung als Gründung für die Pfeiler. Um 80/90 n. Chr. speiste man in diese Leitung auch das Wasser der Eifelwasserleitung ein, die bei der Burg Hermülheim auf den Vorgängerbau traf. Über der erhaltenen älteren Gussbetonrinne mitsamt den Pfeilern und Tuffsteinbögen der jüngeren Leitung wurde das Gerinne der letzten Bauphase rekonstruiert. Durch einen mit Gittern verschlossenen Schutzbau sicherte man die Fundstelle und machte sie gleichzeitig für die Öffentlichkeit sichtbar. Nach über 50 Jahren haben sich in jüngerer Zeit an den freischwebenden, angeschnittenen Bögen an beiden Enden Risse gebildet. Provisorisch abgestützt, wird derzeit nach einer dauerhaften Lösung gesucht. Ob eine Konstruktion im Sinne eines hölzernen Lehrgerüstes oder als sichtbar modernes Stahlgerüst in Form eines römischen Lehrgerüstes gewählt werden sollte, wird zu diskutieren sein. Mit seiner Präsentation möchte der Rheinische Verein das Denkmal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen und eine konstruktive Diskussion um die beste Art der Sicherung anregen. Gleichzeitig bietet sich in diesem Schaffensprozess auch eine Überarbeitung der alten Infotafeln an.
Prof. Dr. Barbara Schock-Werner u. Dr. Rita Lennartz,
Dipl.-Geograph Alexander Hess

Dezember 2018

Ehem. Sender Köln-Raderthal der WERAG

Der 29. Oktober 1923 gilt als Geburtsstunde des deutschen Rundfunks. In den besetzten Gebieten an Rhein und Ruhr war der Bau und Betrieb deutschsprachiger Sender nach dem Ersten Weltkrieg verboten. Daher kam es am 15. September 1924 zur Gründung der Westdeutschen Funkstunde AG – WEFAG als neunter und letzter deutschen Rundfunkanstalt. Nach dem Ende der Besatzung im Januar 1926 wurde das Gebiet der WEFAG nach Westen ausgedehnt. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft beschloss Ende Oktober 1926 die Verlegung des Senders nach Köln und die Umbenennung in „Westdeutsche Rundfunk AG“ (WERAG) zum 1. Januar 1927. Das neue Funkhaus entstand in der Dagobertstraße 38 im Kunibertsviertel. Parallel dazu erfolgte die Inbetriebnahme des Senders Langenberg, dessen Ausstrahlung sich jedoch als zu schwach für die Versorgung des Großraums Köln erwies, weswegen man unter 94 Orten einen Standort für einen neuen Sender suchte.Nach einem Probebetrieb im September 1927 nahm der neu errichtete Sender Köln-Raderthal am 15. Dezember 1927 den Betrieb auf „Welle 283“ (1.060 kHz) mit einer Leistung von 4 KW auf. Beiderseits des Sendegebäudes errichtete man im Abstand von 140 Metern zwei 80 Meter hohe, hölzerne Sendemasten aus Kiefernholz für die T-Antenne (vgl. das historische Luftbild oben). Nach Ertüchtigung des Senders Langenberg (Erhöhung der Leistung auf 60 KW) vergrößerte sich auch dessen Reichweite, so dass der Sender in Raderthal überflüssig wurde. Der Sendebetrieb wurde zum 14. März 1932 eingestellt, die Sendemasten und die technische Anlage abgebaut und nach Hannover verbracht.

Ehem. Sender Köln Raderthal der WERAG (PDF, 419 KB)

März 2018

"Severinsdenkmal"
Schon zur Einweihung der Severinsbrücke im Jahr 1959 bestand der Wunsch, im Bereich der neuen Rheinbrücke ein Denkmal zu errichten, das die Severinsbrücke und das angrenzende Severinsviertel symbolisiert. Nach einer langen Entscheidungsphase wurde der Kölner Bildhauer Prof. Elmar Hillebrand 1964 vom Rat der Stadt Köln beauftragt, ein Severinsdenkmal zu fertigen.

Im November 1968 wurde dieses Denkmal vom damaligen Oberbürgermeister Burauen unter großer Beteiligung der Kölner Bevölkerung, insbesondere aus dem Severinsviertel, eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. Gefertigt wurde die knapp 4,50 Meter hohe und ca. 20 Tonnen schwere Statue aus der Carrara-Varietät Uliano bei der Firma Engelbert Müller KG in Villmar an der Lahn von Elmar Hillebrand und dem ihn unterstützenden Bildhauer Walter Schmitt.

Seit 49 Jahren steht die Marmorstatue nun vor der Kirche St. Johann Baptist und wacht über die Severinsbrücke und das Severinsviertel. Die Figur ist zwischenzeitlich stark verschmutzt und weist auch eine Beschädigung auf. Das Umfeld (Kirche, Severinstraße, U-Bahnstation) wurde in den letzten Jahren durch Sanierungs- und Neubaumaßnahmen deutlich aufgewertet, so dass der Kontrast zwischen der verschmutzten Statue des Severin und der nunmehr aufgewerteten Umgebung sehr groß geworden ist.

gez. Prof. Dr. Barbara Schock-Werner, Vorsitzende des Regionalverbandes Köln
Alexander Hess, Leiter des Arbeitskreises Denkmal des Monats

Severinsdenkmal (PDF, 377 KB)

November 2017

"Der alte evangelische Friedhof an der Gnadenkirche"

Denkmal des Monats November 2017 (PDF, 469 KB)

August 2017

"Hausgärten im Rheinpark"

Denkmal des Monats August 2017 (PDF, 4 MB)

Mai 2017

"Pachtgärten im nördlichen Inneren Grüngürtel, Köln-Nippes"

Denkmal des Monats Mai 2017 (PDF, 262 KB)

Oktober 2016

"Der Park von Haus Lerbach in Bergisch-Gladbach-Sand"

Denkmal des Monats Oktober 2016 (PDF, 1,44 MB)

April 2016

"Wohnhaus Hauptstraße 352/Ecke Poststraße in Köln-Porz"

Einladung zur Präsentation DdM April 2016 (PDF, 626 KB)

März 2016

„Soldatengrabmal 1870/71“ - Friedhof Melaten

Soldatengrabmal 1870/71 (PDF, 1,11 MB)

Oktober 2015

Mehrfamilienhaus Friesenwall 51 in Köln-Altstadt(Nord)

DdM Mehrfamilienhaus Friesenwall (PDF, 210 KB)

Bericht der Kölnischen Rundschau vom 07.10.2015 (PDF, 404 KB)

September 2015

Gebäude der ehemaligen Strohhutfabrik Silberberg & Mayer
Lotharstraße 14 - 18 in Köln-Sülz

DdM Strohhutfabrik (PDF, 597 KB)

Presse (JPG, 725 KB)

August 2015

Genoveva-Brunnen

Präsentation: Dienstag, 11. august 2015, 17 Uhr

Genoveva-Brunnen (PDF, 5,38 MB)

Juli 2015

Der westliche Brückenkopf der Kölner Südbrücke

Präsentation: Donnerstag, den 23. Juli 2015 , 16 Uhr

DdM Südbrücke (PDF, 6,53 MB)

Juni 2015

Kalkofen am Quirlsberg im Hinterland von Haus Hauptstraße 292 a in Bergisch Gladbach-Stadtmitte

Präsentation: Dienstag, 2. Juni 2015, 15.30 Uhr

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Januar 2015

Ehemaliges Klarissenkloster in Köln-Kalk

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