Ortsmitte in Bassenheim mit St. Martin © Klaus Graf, wikimedia

Exkursion nach Bassenheim

20.08.2014

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Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, hatte zu einem Besuch der Gemeinde Bassenheim im Kreis Mayen-Koblenz eingeladen. Mancher musste erst nachsehen, wo Bassenheim liegt. Aber trotz starkem Regen waren rund 25 Teilnehmer gekommen, teils mit Anfahrten bis 80 km, und erlebten mit Josef Seul, einem hervorragenden und sehr engagierten Kenner seiner Gemeinde, viel mehr als erwartet.

Museum am Strom in Bingen © Silvia Morlock, GDKE

Bassenheim, derzeit mit knapp 3.000 Einwohnern, kann auf eine ungewöhnliche Geschichte zurückblicken. Funde beweisen, dass die Gegend um Bassenheim schon zur Zeit der Neandertaler besiedelt war.

Bassenheim war eine reichsunmittelbare Herrschaft, die Jahrhunderte lang und noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im alleinigen Besitz der Herren Waldbott von Bassenheim – auch Walpot genannt – war. Heinrich Walpot von Bassenheim wurde 1198 während des 3. Kreuzzuges erster Hochmeister des Deutschen Ordens in Akko am Fuße des Berges Karmel in Palästina. Nicht umsonst heißt der von der barocken Marienkapelle gekrönte Bergrücken bei Bassenheim
„Karmelenberg“.

Im 14. Jahrhundert gründete Siegfried Walpot von Bassenheim, Komtur des Deutschen Ordens in Masuren/Ostpreußen, die Stadt Bassenheim, die heute als polnische Stadt Pasym Partnerstadt von Bassenheim ist. Kasimir Graf Waldbott von Bassenheim, damals Mainzer Domherr, brachte dann 1683 den berühmten „Bassenheimer Reiter“ nach Bassenheim. Das Relief war Teil des Lettners im Mainzer Dom, der im Rahmen einer Umgestaltung des Innern des Mainzer Doms abgebaut wurde. Dieses älteste erhaltene Relief der bekannten „Mantelszene“ stammte aus der Werkstatt des Naumburger Meisters und entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Das Relief war in der Perfektion der Darstellung der Teilung des Mantels von St. Martin zu Gunsten eines Bettlers seiner Zeit weit voraus. Das in früherer Zeit als „Martinsrelief“ bekannte wertvolle Kunstwerk wurde auf Anordnung einer Nazi-Größe in „Bassenheimer Reiter“ umbenannt.

Aber auch später war Bassenheim Ort politischer Ereignisse. Am 18. Oktober 1948 trafen sich in der Bassenheimer Burg die Staatsmänner Konrad Adenauer und Robert Schumann um die Möglichkeiten einer deutsch-französischen Verständigung nach dem schlimmen Weltkrieg zu besprechen. Eine Gedenkstätte auf dem wunderbaren „Walpotplatz“ erinnert an dieses Ereignis.


Der Walpotplatz in Bassenheim dürfte einer der schönsten Dorfplätze weit und breit sein. Geschmückt mit den in Basalt gehauenen Skulpturen der Walpot-Grafen, einem Brunnen, der die Geschichte von Bassenheim zeigt, der Gedenkstätte an das Treffen Adenauer-Schumann und dem historischen Gästehaus der Grafen, heute als Rathaus genutzt, und flankiert von der um 1900 erbauten St. Martins-Kirche ist der Platz mit dem nahe liegenden Schlosspark immer einen Besuch wert.


Am Rand des Walpot-Platzes findet man das „Martinus-Museum“ im 1753 erbauten „Frühmesserhaus“, das sich ganz auf Exponate zum heiligen Martin, den Walpots von Bassenheim und die Familie der Freiherren von Oppenheim, die 1873 Burg und Rittergut Bassenheim erwarben, konzentriert.

Ein Bericht von
Gerhard Schommers
RV Cochem-Zell

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Rudolf Conrads

Bankkaufmann, Dipl.-Betriebswirt, Dipl.-Volkswirt

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