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Pünderich an der Mittelmosel © Kora27, wikimedia

Pünderich – Leben an der Mittelmosel

30.09.2012

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Unter dem Motto: „Ein uraltes Winzerdorf im Wandel der Zeit“ hatte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, nach Pünderich eingeladen. Pünderich – „Leben an der Mittelmosel“ ist die hoch interessante Homepage von Pünderich überschrieben (www.puenderich.de) und vieles was auf dieser Homepage in Wort, Bild und Video zu sehen ist, vermittelte Dorfchronist Winfried Schneiders den zahlreichen Teilnehmern.

Museum am Strom in Bingen © Silvia Morlock, GDKE

Bodenfunde in und um Pünderich bezeugen bereits eine Besiedlung zu römischer Zeit seit dem 1. Jahrhundert vor Christus. Der heute noch gebräuchliche Gemarkungsname „Zinselt“ ist in einer Urkunde von 1096 erwähnt, der Name Pünderich – damals „Pundricho“ – erwähnt eine Urkunde des Papstes Honorius II im Rahmen der Schenkung eines Hofes in Pünderich an das Kloster Springiersbach. Ein noch älterer Name lauter „Pontarium“ – das Dorf mit der Fähre.
Und diese Fähre gehört zu Pünderich wie die gepflegten Weinberge, ein reicher Bestand an historischen Bauten, die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, ein breites Angebot an Gastronomie durch Hotels, Restaurants, Weinstuben und Straußwirtschaften und auch viel Platz für Camper und Wohnmobiltouristen. Die Mosel hat sich aber nicht immer nur von ihrer schönen und guten Seite gezeigt.
Am Moselufer berichtet eine Art „Pegel“ von unzähligen Hochwassern und Eisgängen, wobei der Februar 1784 die schlimmste Katastrophe war. Fast sechs Meter standen Eis und Wasser über der heutigen Moseluferstraße – das ganze Unterdorf stand unter Wasser und riesige Flächen an Garten- und Ackerland wurden abgeschwemmt. 1879 erhielt Pünderich die erste Fähre, ein Holzboot, das 1896 durch eine Stahlfähre ersetzt wurde. Die 1940 angeschaffte Gierfähre musste 1963 motorisiert werden, weil durch den Moselausbau die nötige Strömung fehlte. Diese Fähre ist heute noch unverzichtbar. Nicht nur, um die großen Weinbergsflächen unterhalb der Marienburg bewirtschaften zu können, sondern auch um die vielen tausend Touristen von einem zum anderen Ufer zu bringen.
Prächtige Winzerhäuser berichten vom Reichtum der Bürger über viele Generationen in den vergangenen Jahrhunderten. Bis heute ist es Pünderich gelungen, eine geschlossene Weinbergslandschaft zu erhalten, während andere Gemeinden mit zunehmenden Brachflächen zu kämpfen haben. Über 106 ha Weinberge werden derzeit von 51 Winzern im Haupt- und Nebenerwerb bewirtschaftet. Schon 1652 hatte Pünderich 56 Kelterstationen, was von einem regen Weinbau schon vor 250 Jahren zeugt.
Eine erste Erwähnung kirchlichen Lebens zeigt eine Urkunde von 1143. Der erste Kirchenbau ist 1515 nachgewiesen und 1570 konnten sich die Pündericher das Taufbecken des aufgelösten Klosters auf der Marienburg sichern – heute eines der wertvollen historischen Teile der Ausstattung der 1766 geweihten Barockkirche.
Auch zwei Barockaltäre mit den Bildnissen „Maria Immaculata“ und dem heiligen Josef von der Johanniskirche aus Zell-Corray zieren als Nebenaltäre die 2009 renovierte Pfarrkirche, zu der auch eine Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Franz Heinrich und Carl Stumm vom Jahr 1815 gehört.

Dank der oberhalb des Dorfes verlaufenden Bundesstrasse ist Pünderich heute Urlaubs- und Erholungsort für Gäste, die Ruhe und Entspannung suchen. Am Moselufer kann man ungestört flanieren, Gästezimmer und Ferienwohnungen bieten eine gemütliche Unterkunft und für das leibliche Wohl sorgt eine gut sortierte Gastronomie. Kultstatus hat seit vielen Jahren das Pündericher Straßenfest, das jährliche tausende Besucher in die alten Mauern von Pünderich zieht.

Ein Bericht von
Gerhard Schommers
RV Cochem-Zell

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