Kreuzkapelle in Ediger © RomkeHoekstra, wikimedia

Rheinischer Verein besuchte die Kreuzkapelle über Ediger

20.07.2018

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Zu einer Vortragsveranstaltung mit Wolfgang Wolpert hatte der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Regionalverband Cochem-Zell, eingeladen. Referent Wolfgang Wolpert kennt wie kein anderer dank seiner Jahrzehnte langen Forschungen die Geschichte seines Heimatortes und seiner vielfältigen historischen Stätten. 

Ediger Chr.i.d.K. © Karl-Heinz Heimes

In einer kleinen Broschüre aus dem Jahr 1988 zum 500jährigen Bestehen der Kreuzkapelle wird eine Urkunde vom 20. März 1488 zitiert: „Weil die Edigerer ein Kreuz von 15 Fuß Höhe (Höhe des Kreuzes Christi) in einer Entfernung von 1064 Doppelschritten (Länge des Kreuzweges Christi) vom Dorfe errichten wollen erhalten sie, wenn sie das Leiden Christi andächtig verehren, mindestens ein Glaubensbekenntnis und mehrere Vaterunser sprechen ….. einen Nachlass von Sündenfolgen“.

Zur Zeit der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert erbauten die Gläubigen zunächst eine kleine Kapelle die später erweitert wurde. 1707 wurde der große Erweiterungsbau – das heutige Schiff – vollendet. Die Kapelle hat eine sehr reiche Ausstattung. Aus der Zeit um 1500 stammt eine lebensgroße Kreuzigungsgruppe von starker Ausdruckskraft. Auf dem nördlichen Seitenaltar ist im Hochrelief die Kreuzabnahme mit Grablegung dargestellt. Dieses Werk stammt aus der Hoffmann-Schule. Das weltweit bekannte Relief „Christus in der Kelter“ wurde von Hans Ruprecht Hoffmann selbst geschaffen.

Diese 100 x 90 cm große Skulptur aus der Zeit um 1600 zeigt im rechten Winkel ein zweites Thema, den hl. Hilarius, Kirchenpatron von Eller. Das Werk stand wohl ursprünglich in der Stubener Kreuzkapelle. Mit einem dritten Bild diente es als Aufbewahrungsstätte der nun in Limburg sich befindenden Staurothek (Heiligkreuz-Reliquie) die Ritter Heinrich von Ulmen seiner Schwester Irmgard, der Oberin des Klosters, geschenkt hatte. Das über der Kelter angebrachte Wappen weist die Familie von Schönenberg-Nickenich, zu der der Kurfürst Johann VII. gehörte, als Stifter aus.

Im 19. Jahrhundert erhielt das Steinwerk seinen Platz als Kanzel in der Edigerer Kreuzkapelle. Der Besuch dieses Heiligtums wurde als stille Gebetsstätte noch bereichert durch einen 1762 errichteten Kreuzweg. Er beginnt bei der Pfarrkirche in Ediger und hat eine 15. Station auf der die Kaiserin Helena das Zeichen des Heils in den Händen hält. Der Gang zur Kapelle auf dem zu den ältesten in Deutschland gehörenden Weg lohnt sich. Er ist auch als Bestandteil des Kulturweges der Religionen gut gekennzeichnet. Durch die Tür an der Südseite hat man Zutritt zur Kapelle. Der Altarraum ist durch einen hölzernen „Lettner“ vom an die hundert Plätze umfassenden Kirchenraum getrennt; jedoch sind alle Kunstwerke gut sichtbar. Ein Besuch der Kapelle zur stillen Einkehr ist den steilen Aufstieg wert.

Ein Bericht von
Gerhard Schommers
RV Cochem-Zell

Schatzmeister

Rudolf Conrads

Bankkaufmann, Dipl.-Betriebswirt, Dipl.-Volkswirt

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