Postkarte der Marienburg auf einer Erhöhung direkt an einer Moselschleife © gemeinfrei

Rundbrief vom Regionalverband Cochem-Zell – Juni 2021

01.06.2021

Kategorien

Seit Beginn der „Corona-Zeit“ stellte ich Ihnen – statt der leider nicht möglichen Exkursionen – einige der wichtigen Stätten unseres kulturellen Erbes vor. Heute berichte ich über meinen Heimatort St. Aldegund – klein aber oho!

Wie unser Dorf zu seinem Namen kam?
Es gibt Hinweise, dass schon 3.000 bis 4.000 vor Christus Menschen im Bereich unserer Gemeinde siedelten. Vor rund 50 Jahren fanden Archäologen, die den Erdaushub für einen Neubau beobachteten, zwei mit stark organischem Material gefüllte etwa 1,80 Meter tiefe rechteckige Gruben. In dem Schwemm-Material fanden sich Steinwerkzeuge aus Quarz und Süßwasserquarzit sowie deren Bearbeitungswerkzeuge. Es soll sich um zwei spät-mittelsteinzeitliche Vorrats- oder Wohngruben handeln in die man mittels einer Einbaum-Leiter einstieg. Das Einsetzloch dieser Leiter konnte noch nachgewiesen werden.
Eindeutige Beweise der Besiedlung zur Römerzeit sind die 1937 erforschten Fundamente einer römischen“ Villa Rustica“ mit Resten einer Warmluft-Heizungsanlage im Bezirk „Kammer“ sowie der Fund des „Römergrabes“ 1953 in der Nähe der Villa Rustica. Zu dieser Zeit war die kleine Siedlung, die heute St.Aldegund heißt, noch „namenlos“.

Aber wie kam es zu der Namensgebung „St. Aldegund“?
630 n.Chr. wurde im kleinen Ort Cousolre nahe Maubeuge, heute an der französisch-belgischen Grenze, Aldegundis als Tochter des merowingischen Fürsten Walbert geboren. Als junge Frau sollte sie einen standesgemäßen vom Vater ausgesuchten jungen adligen Mann heiraten. Aldegundis widersetzte sich der Entscheidung ihres Vaters und floh in die Wälder des Flusses Sambre. Später gründete Aldegundis ein Kloster mit dem Ziel, junge Frauen, vor allem aus dem Adel, mit allen Fertigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben auszubilden. Manche der jungen Frauen verblieben im Kloster, andere gründeten Familien und lebten mit ihren Ehemännern nicht, wie zu diesen Zeiten üblich, untergeordnet, sondern selbstbewusst und gebildet. Es war eine Auszeichnung eine Ausbildung in den Klöstern von Aldegundis genossen zu haben. So kann man durchaus sagen, dass Aldegundis mit ihrem Wirken der Gleichberechtigung der Frau schon im frühen Mittelalter gute Dienste leistete.
St. Aldegundis, die auch Arme und Kranke unterstützte und pflegte, führte ein heiligmäßiges Leben und starb am 30. Januar 684 mit nur 54 Jahren an Brustkrebs und Arthritis. Der Heiligen werden zahlreiche Wunderheilungen zugesprochen.

Wie kam nun die Verehrung von Aldegundis in das kleine Dorf an der Mosel? Es gibt keine Dokumente, eher eine sagenhafte Deutung. Eine Verwandte von Aldegundis lebte im Kloster in Pfalzel an der Mosel. Und dieses Kloster hatte Landbesitz in unserem damals noch namenlosen Dorf. Die Sage berichtet weiter, dass die hl. Aldegundis in einer Klause verehrt wurde die an der Stelle der im 12. Jahrhundert erbauten „Alten Kirche“ stand. Als nun im 8. und 9. Jahrhundert der besseren Orientierung wegen die kleinen Dörfer Namen erhielten lag es nahe, das kleine Dorf an der Mosel „St.Aldegund“ zu nennen.

Die erste dokumentierte Nennung dieses Namens erfolgte in einer Urkunde von 1097 die sich auf Grundbesitz des Stifts St. Simeon in Trier bezog als „apud Sanctam Aldegundam“. 1306 schreibt man in einer Urkunde „sente Aldegund“ und 1531 „St. Deilgundt“. Auf einer Landkarte des „Kröver Reichs von 1692 ist unser Dorf als „S. Aldiunt“ bezeichnet.

Kupferstich der Hl. Adelgundis © Rijksmuseum Amsterdam, gemeinfrei

Nur wenig später besetzte Frankreich unsere Region. Auf Grund der Trennung von Kirche und Staat in Frankreich wurde das „Sankt“ aus dem Ortsnamen gestrichen. Ein noch heute auf dem Friedhof an der Alten Kirche stehender Basalt-Grabstein von 1765 zeigt die Aufschrift: Nicolas Gosden von Dalgond. Im Jahr 1951 beantragte die Gemeinde Aldegund die Wiederherstellung des früheren Ortsnamens bei der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Am16. Mai 1951 bestätigte der damalige Ministerpräsident Peter Altmeier: „Die Gemeinde führt nunmehr den Namen „Sankt Aldegund“. Die oben abgebildete Statue der hl. Aldegundis entstand um 1765. In der Nachbarschaft spricht man, wenn es um St. Aldegund geht, auch von „Bugramm“ oder Dalliend. Dazu folgende Erklärung:

Dat Dorf met denne dree Nomme: St. Aldegund – Dalliend – Bugramm

Emm Musseldorf Sankt Aldegund,
do gäat et met de Nomme rund,
St. Aldegund, Dalliend, Bugramm,
schii, wenn ma dat oosenanner haale kann.

Zoeescht schwätze mer iwwer dat Dorf mit dem Sankt,
dat es schuu baal 1000 Joa on der Mussel bekannt,
En ner Urkund vom 1097er Joa,
schräift dat Stift St. Simeon von Aldegunder Wingerte sogoa.

Unn oas aal Kirch, ihr leewe Läit,
die woa der heiligen Aldegundis gewäit.
Die hott. gelääft em 7. Joahunnert ,
als Kluusterfrau, wat käane wunnert.

Unn wie et allgemein ess bekannt,
hott ma die Dörwer imm 800 noo em besondere Merkmal benannt.
Unn doo hatt ma doch alle Grund,
oas Dörfje ze nenne: Sankt Aldegund.

Wie oos St. Aldegund noo Dalliend ess gää,
dat ess en Geschicht, die es goa net zääh.
Viir iwwer 200 Joa harren die Franzuse dat Rheinland besetzt,
unn honn nadirlich französisch geschwätzt.

Sankt Aldegund honn see Algonde genannt,
d’Algonde, wenn jemand es noo Aldegund gerannt
Dalgond hieß spärer oas Dörfje doo
Unn die Näwer und Bremmer honn Dalliend gesooh.

Bugramm, datt hott enn anner Historie,
freeher moosten die Halfen die Scheffe schorije.
Mussel offwärts ging
et nur met em Pferdegespann,
Unn moosten die on dat Ufer rann.

Wo en Ramm woa oos Baumstämm, deck unn rund,
suu wie em Haafe von St. Aldegund,
Doo rief dä Mann am Stäijer loot und stramm,
Männer, zeeht dä Bug on die Ramm.

Suu es dä Nomme Bugramm entstanne,
seetdemm es viel Zeet vergange,
Unn on Fassenacht roowen die Bugrammer ganz treu
Bugramm ahoi.

Blaues Glas in Schiffform aus dem Fund aus der Spätantike, heute im Landesmuseum Koblenz ausgestellt © Carole Raddato, flickr

Bei der Neuanlage eines Weinbergs im Jahr 1953 am südlichen Dorfende stießen die Winzer auf mächtige Sandsteinblöcke. Die benachrichtigten Archäologen stellten fest, dass es sich um eine Grabanlage aus der späten Römerzeit, Anfang bis Mitte des 4. Jahrhunderts, handelt. Nach Öffnung des Grabes barg man ganz wertvolle Grabbeigaben aus Glas, Keramik, einen Walrosszahn aber auch Reste von Kleidung und Schmuck, so dass es das Grab einer Frau gewesen sein muss. Die wertvollen Funde sind heute im Museum auf der Festung Ehrenbreitstein zu bewundern.

Die Treidelschifffahrt
St. Aldegund war zur Zeit der Treidelschifffahrt ein wichtiger Be- und Entladeplatz sowie mit dem Halfenhaus (heute Christophorusstrasse 9) und der darunter liegenden Hufschmiede ein willkommener Rastplatz. Die „Halfen“ konnten im Halfenhaus übernachten und wurden gut mit Essen und Trinken versorgt. Die Pferde konnten untergestellt und wenn nötig neu beschlagen werden. Das wichtigste Transportgut war Wein, der im Wesentlichen von den Familien Andries und Pauly nach Köln, Düsseldorf usw. verschifft wurde. Die Anlegestelle befand sich am nördlichen Dorfende. Mit dem Aufkommen der Dampfmaschinen und dem Ausbau der Mosel für die dampf-betriebenen Schiffe die mehr Wassertiefe benötigten, war die Zeit der Treidelschifffahrt zu Ende.

Relief zur Treidelschifffahrt in St. Aldegund © Gerhard Schommers

Als Erinnerung an die Zeit der Treidelschifffahrt richtete die Gemeinde an der Abzweigung Klosterkammerstraße – Bergstraße den „Bugramm-Platz“ mit einem von Christoph Anders geschaffenen Relief. Es zeigt die Anlegeszene. Der Schiffsführer rief den Pferdeknechten und den mithelfenden Aldegunder Bürgern „Bug an die Ramm“ zu. Daraus entstand der Spottname „Bugramm“ und für die Einwohner „Bugrammer“. 

Die romanische „Alte Kirche“.
Die romanische Kirche steht an der Stelle eines uralten Kultplatzes. Schon die Kelten sollen dort ihre Götter verehrt haben. Ein Hinweis ist der Gemarkungsname „Phal“ für das Gelände unmittelbar an der Kirche jenseits des Baches. „Phal“ war der Lichtgott der Kelten. Die Existenz der Kirche ist in einer Urkunde des Klosters Stuben vom Jahr 1144 als Kirche „apud Sanctam Aldegundam“ erstmals erwähnt. Die „geostete“ Kirche (der Altarraum liegt Richtung Osten vom Kirchenschiff her gesehen) ist ein romanischer Bau der wie nahezu alle romanischen Sakralbauten alle nachfolgenden Baustile mit „erlebt“ hat. In der Gotik, 1351, erhielt die Kirche ein gotisches Gewölbe das allerdings nur rund hundert Jahre, wohl wegen Baumängeln, Bestand hatte. An der Frontseite des Altarblocks findet man einen Stein eingelassen mit der Jahreszahl 1451. In diesem Jahr wurde im Innern der Kirche erneut „umgebaut“ und die Kirche erhielt vermutlich eine Flachdecke. Hinter diesem Stein fand man Reste von Reliquien und die Weiheurkunde von 1451. Die nur noch als Fragmente und „Schatten“ erhaltenen gotischen Fresken entstanden vor der auf 1451 belegten Neueinweihung der Kirche. Das Fenster links des Kircheneingangs zeigt deutlich gotische Konturen. Um 1600 wurde die hölzerne Empore eingebaut.

Neuromanische Kirche in St. Aldegund an der Mosel © Henk Monster, wikimedia

Um 1760, also in der ausgehenden Zeit des Barock, erlebte das Kircheninnere eine weitere Veränderung:“. Auf den romanischen Altarblock stellte man um 1765 einen Marienaltar im Stil des ausgehenden Barock aus der Werkstatt des Holzbildhauers Eckert. Dieser Altar steht heute in der neugotischen Pfarrkirche am Moselufer. In den Jahren nach 1860 hatte die Bevölkerung von St. Aldegund den Wunsch eine größere Kirche in der Ortsmitte zu bauen, auch weil die „Alte Kirche“ die wachsende Bevölkerung bei den Gottesdiensten nicht mehr aufnehmen konnte.
Nach Fertigstellung der „neuen“, neugotischen Kirche wurde die „Alte Kirche“ verlassen. In den Folgejahren verkaufte die Gemeinde wesentliche Teile der Ausstattung der Alten Kirche – wohl um die „neue“ Kirche finanzieren zu können. Die „Alte Kirche“ verfiel und die Gemeinde beantragte 1898 den Verkauf der Kirche „auf Abriss“ (zur Gewinnung von Baumaterial). Das Bistum verfügte jedoch einen Abriss des Kirchenschiffs, nur der Turm sollte erhalten bleiben.
Diese Anordnung wurde gottlob nicht umgesetzt. Nach 1913 wirkte Dr. Hans Vogts als Leiter der Baubehörde des damaligen Kreises Zell. Vogts erkannte den Wert der historischen Kirche und sorgte in den Jahren 1912/1913 für eine Sicherung der Bausubstanz, vor allem für ein regendichtes Dach und eine einfache Verglasung der bis dahin leeren Fensterhöhlen. Im ersten Weltkrieg musste die Kirche allerdings für militärische Zwecke, also als Pferdestall, Lager, dienen. Aber auch im 2. Weltkrieg wurde der damalige Pastor Wagner gezwungen, den Kirchenschlüssel auszuhändigen weil die Kirche wiederum vom Militär genutzt werden sollte. Die St. Aldegunder unternahmen alles was in der Nachkriegszeit möglich war, um die Kirche wieder benutzbar zu machen. Die in den Berg hinein gebaute Kirche erhielt in den 50er Jahren außen eine Wasser ableitende Dränage weil das „Bergwasser“ durch den Kirchenraum lief. Ein erster Schritt für eine „Wiederherstellung“ der Alten Kirche war der Rückkauf der schmiedeeisernen Kanzel von 1663. Diese war wie fast die gesamte Ausstattung der Kirche um 1880 an den Kunstsammler Nellessen verkauft worden. Leonhard Scheid aus St. Aldegund fand Anfang 1958 in der FAZ eine Notiz über den Verkauf einer historischen Kanzel aus der Kirche von St. Aldegund an der Mosel. Scheid zog alle Register um den Kaufpreis von rund 5.000 Mark zusammen zu bekommen und der Rückkauf gelang.
Man erinnerte sich auch an einen wertvollen Stein-Altar der auf dem rechten Altarblock gestanden hatte. Dieser Altar war um 1600 im Auftrag der Witwe des Orts-Vogtes Niclas Rultz vom berühmten Trierer Bildhauer Hans Ruprecht Hoffmann geschaffen worden. Das Renaissance-Epitaph zeigt die Kreuzigungsszene mit der Stifterfamilie Rultz im Vordergrund.
Aus der Sammlung Nellessen gelangte das wertvolle Steinepitaph Anfang der 1950er Jahre in den Besitz der Eheleute Peter und Irene Ludwig aus Aachen. Auf Einladung der St. Aldegunder besuchten Peter und Irene Ludwig Anfang der 1960er Jahre die „Alte Kirche“. Die über 800 Jahre alte romanische Kirche weckte das Interesse der Eheleute Ludwig so dass sie nach kurzer Zeit eine Vereinbarung vorschlugen:
– Die Kirche soll umfassend saniert und nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert werden.
– Die Eheleute Ludwig unterstützen die Kirchengemeinde bei dieser kostspieligen Maßnahme finanziell
– Nach Abschluss der Renovierung kehrt der Altar als Leihgabe nach St. Aldegund zurück.
– Die Eheleute Ludwig erhalten eine Grabstätte in der Kirche.

Nachdem ein Sanierungsplan in Zusammenarbeit mit der bischöflichen und der staatlichen Denkmalpflege erstellt war und die Finanzierung gesichert begannen die Arbeiten 1967. Die Kirche erhielt einen komplett neuen Außenputz. Dach und Turm wurden neu verschiefert, die von mehreren Farbschichten überdeckten gotischen Fresken und die barocke Ausmalung wurden freigelegt, die Fenster erhielten eine Bleiverglasung, Teile des Innenputzes mussten erneuert werden. Die historischen Glocken waren im zweiten Weltkrieg eingezogen worden und wurden durch drei identische Neugüsse durch die Glockengießerei Mark in Brockscheid ersetzt. Der Wunsch, Grabstätten in der Kirche einzurichten fand keine Zustimmung des Bischofs. Stattdessen wurden an der Ostseite der Apsis von außen zugängliche Grabkammern unter dem Altarraum gebaut.

Die Neukonsekration der Kirche fand am 3. Oktober 1971 nach Abschluss der Arbeiten durch den damaligen Bistumskonservator Prof. Dr. Franz Ronig statt.
Heute dient die Kirche für gelegentliche Gottesdienste, sie ist stets Schlusspunkt der regelmäßigen Dorfführungen, jährlich finden mehrere Konzerte in der Kirche statt und Besucher können sich in der Nachbarschaft den Schlüssel zum Besuch der Kirche ausleihen.
Es ist noch zu berichten, dass die dem heiligen Apostel Bartholomäus geweihte Kirche seit Jahrhunderten Wallfahrtsort war. Bartholomäus, als Schutzpatron des Viehs der Bauern der Umgebung verehrt, wurde insbesondere an seinem Todestag, dem 24. August, von zahllosen Bauern aus der Umgebung um Hilfe für die Gesundheit des lebenswichtigen Viehs gebeten. Der Andrang war so groß dass die Kirche die Wallfahrer nicht fasste und an der Nordseite eine heute nicht mehr vorhandene Außenkanzel errichtet wurde.
Bei der Umgestaltung des Kircheninnern zur Barockzeit erhielt das Kirchenschiff über dem Altarraum einen sogenannten „Dachreiter“. Hier fand eine kleine Glocke, im Dorf wegen ihres hellen Klangs das „Bimbam-Gläckelche“ genannt, ihren Platz. Glockenfachleute bescheinigen dieser Glocke einen Guss in der Zeit um 1200. Die Glocke dürfte damit eine der ältesten noch läutbaren Glocken im Moselraum sein. Mehr Informationen hierzu gibt eine Tafel unter der Empore im Kirchenschiff.
Die Eheleute Ludwig fanden in der Gruft unter dem Altarraum ihre letzte Ruhestätte. Zur Ausstattung der Kirche ist noch zu berichten:
Auf dem linken Seitenaltar steht die Skulptur eines leidenden Christus mit der Geiselsäule. Diese wertvolle Darstellung des „Christus in der Rast“, häufig auch als „Ecce homo“ bezeichnet, ist das Geschenk eines aus St. Aldegund stammenden Abtes eines Klosters in Lothringen. Die Säule trägt auf dem Kapitell die Jahreszahl 1522.
Die auf einer Mondsichel stehende Madonna an der Südseite des Kirchenschiffs wird auf etwa 1600 datiert. Sie schmückte die Kapelle am Ende der „Kehr“, dem „Kehr-Heiligenhäuschen“. Nachdem in den 1960er Jahren immer wieder wertvolle Skulpturen aus offenen Feldkapellen gestohlen wurden holte man die Madonna „ins Tal“. Sie wurde später restauriert und in der Alten Kirche aufgestellt.
Unter der Empore steht der auf 1656 datierte Taufstein der Kirche.

Die Vorstellung von St. Aldegund ist sehr lang geworden. Man verzeihe mir meine Begeisterung für mein Heimatdorf. Aber es gibt noch viel mehr zu berichten und zu sehen. Sobald Corona das zulässt werden wieder Dorfführungen angeboten. Das ist für Gruppen ab sechs Teilnehmern möglich. Anmeldung gerne telefonisch oder per Mail (s. unten)

Die Mehrzahl der Texte und Fotos sind dem 2020 erschienenen Buch „Wissenswertes über St. Aldegund, früher und heute“ entnommen. Das Buch, 135 Seiten mit vielen interessanten Informationen und Fotos kann für € 16,00 erworben werden. Kostenloser Versand ist gerne möglich. Bestellungen an Gerhard Schommers, 06542 22285 oder info@schommers-wein.de

Ein Bericht von 
Gerhard Schommers
RV Cochem-Zell

Brauerei bei Senhals
An weiteren interessanten Gebäuden und Plätzen sind Objekttafeln angebracht, die über ihre Historie und ihre Besonderheiten informieren. Die Tontafeln stammen von dem ortsansässigen Künstler Christoph Anders.
Hier eine Auswahl:

In Senheim

Pfarrhaus (Brunnenstraße, Marktstraße)
Pfarrhaus und angrenzendes Ökonomiegebäude Mitte des 18. Jh. von Pfarrer Knechts gebaut.
Wohnhaus (Brunnenstraße)
Großer Putzbau mit Kopfwalmdach und eleganter Fassade. Das feine Traufgesims mit Zahnschnittfries, errichtet um die Mitte des 19. Jhs.
Altes Winzerhaus (Brunnenstraße)
Typischer moselländischer Steinbau des 15. Jhs. Bemerkenswert der hohe 3 geschossige Speicher. Erweiterung um 1700. Mit überstehendem Fachwerk.
Hotel-Restaurant-Schützen (Brunnenstraße)
1840 erbaut und ist seitdem als Gaststätte im Besitz der Fam. Schützen. Der Erker mit barockisierten Reliefs entstand 1924.
Park (Brunnenstraße, Neustraße)
Klein-Park-Anlage, früher Versammlungsstätte der Bürger. Öffentliche Bekanntmachungen der Gemeinde bis 1967 und andere Veranstaltungen. Heute: Kommunikationszentrum für Bürger und Gäste.
Winzerhaus (Marktstraße)
Haus der ehemaligen Senheimer Winzergenossenschaft. 1902 vom Ortspfarrer Steinheuer zur Behebung der Weinabsatzkrise gegründet. Heute Gästehaus.
Drillesplatz (Drillesplatz)
Stätte der Bestrafung von Übeltätern. Im „Drilles“, einem um die vertikale Achse drehbaren Holzkäfig.
Henrichs-Stiftung (Marktstraße, Drillesplatz, Brunnenstraße)
Gebäude der Geschwister Henrichs. Erbaut nach dem Dorfbrand von 1839. Rechts: Kloster Margarethenheim, früher Altenheim – Entbindungsstation – Kindergarten, heute kirchliche Begegnungsstätte. Links: Privatbesitz, früher Winzerhaus, heute Restaurant Schinkenkeller.
Kölner Höfe (Altmai)
Die ältesten in Senheim bekannten Höfe. 1140 durch Erzbischof Arnold begründet. Links: „Fronhof“. Rechts: „Großes Kelterhaus“ und zurückliegend der „Zehnthof“. Heute: Wohnhäuser.
Kölnisches Großkelterhaus (Altmai)
mit Kreuzgewölbekeller. Von 1140 – 1800 gehörte diese Anlage zu den Kölner Höfen. Das Gebäude wurde im frühen 19. Jh. erbaut.
Fachwerkhaus (Altmai)
Dieses Haus hat als einziges in der Häuserreihe zwei Katastrophen überstanden: Den großen Dorfbrand von 1839 und den Brand von 1888. Goldraul. Raul = Sträßchen, Teil des ehemaligen Straßennetzes vor dem großen Brand am 13.8.1839
Gemeindehaus (Am Gestade)
Stattlich repräsentativ gestalteter Bruch-Steinbau, errichtet in der 2ten Hälfte des 19. Jhs. Zweizügige Dorfschule bis 1971, jetzt Gemeindehaus.
Sunderhof (Am Gestade)
1480 von Irmgard Sunder als Erbteil erhalten. Als Helfensteiner Hof bekannt. Ab 1638 in kurtrierischem Besitz, wird in Sunderhof umbenannt, heute Restaurant.
Weinmuseum (Zeller Straße)
Nach Plänen von Otto Finé 1927 erbaut. Seltenes Beispiel expressionistischer Architektur an der Mosel. Bemerkenswert der ehem. Hochzeitssaal, heute Teil des Weinmuseums
Amtsverwaltung (Zeller Straße)
1894 erbautes Verwaltungsgebäude der 1818 gegründeten Bürgermeisterei Senheim. Spätere Bezeichnungen: „Bürgermeisterei“, „Amtsverwaltung“ und zuletzt „Verbandsgemeinde“. Im Zuge der Gebietsreform 1970 nach Cochem verlegt.
Gendarmerie (Zeller Straße)
1912 aus Mitteln der C. J. Henrichsstiftung als Wohnhaus gebaut und an das Land Preußen vermietet. Von 1942 – 1969 Dienstwohnung des Gendarmerie-Postens.
(Anmerkung: Gebaut nach den Plänen von Otto Finé)
Oberst-Häuschen (Zeller Straße, Schober Weg)
Genannt 1607, um 1700 auf älterem Gemäuer aufgebaut. Gekreuzigter Christus – 15. Jh. neue Farbfassung. Ziel unterschiedlicher Bittprozessionen.

In Senhals

Altes Fährhaus (Fährstraße)
Typisches Fachwerkhaus des 18. Jh. Moselseitig ein Fachwerkerker mit Schweifgiebel. Brüstung mit Wappen von 1780, heute Ferienhaus.
Winzerhaus (Fährstraße)
Fachwerkhaus mit Mansarddach 1747. Fachwerkgefüge geprägt durch Fußstreben mit Gegenstreben. Noch heute Wohnhaus und Weingut.
Backes und Eiskeller (Kehrstraße)
Altes Backhaus von Senhals, 2002 als Begegnungsstätte eingerichtet. Der sogenannte „Eiskeller“ – ein kühler Lagerraum.
Kultur-Historisches-Privatmuseum Adams (Moselweinstraße)
im ehemaligen Landwirtschafts- und Weingutshof sowie Fuhrbetrieb Antoni.

Der Rheinische Verein wünscht allen Mitgliedern eine gute Zeit und hofft, in naher Zukunft wieder zu Exkursionen zu unserem großen kulturellen Erbe einladen zu können.

 

Ein Bericht von
Gerhard Schommers
Regionalverband Cochem-Zell

Schatzmeister

Rudolf Conrads

Bankkaufmann, Dipl.-Betriebswirt, Dipl.-Volkswirt

Thematische Schwerpunkte

  • Finanzen des RVDL
  • Leitung der Marianne von Waldthausen Geächtnis-Stiftung
  • Pflege / Inwertsetzung der RVDL-Burgen
  • Weiterentwicklung der Verzahnung des Gesamtvereins mit den Regionalverbänden
  • Kreativer Partner für die Vorstände der Regionalverbände

Regionale Verantwortung

  • Schatzmeister im Freundeskreis der Burg Stahlberg e.V.
  • Schatzmeister im Freundeskreis der Burg Virneburg e.V.
  • Vorstandsmitglied im RVDL Regionalverband  Köln
  • Beiratsmitglied im RVDL Regionalverband Rhein/Mosel/Lahn
  • Vorsitzender des Beirats der Stiftung Lahn-Marmor-Museum

Kontakt

rudolf.conrads(at)rheinischer-verein.org