© Gerhard Schommers

Der Rheinische Verein besuchte Beuren im Kreis Cochem-Zell

28.06.2017

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Als der Regionalverband Cochem-Zell des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz zu einem Besuch der Gemeinde Beuren einlud, gab es erstaunte Reaktionen. Was gibt es in dem kleinen Dorf mit 400 Einwohnern Besonderes zu sehen?

Die Ausflugsgruppe © Gerhard Schommers

Trotzdem versammelten sich über sechzig Teilnehmer auf dem Platz zwischen Kirche und ehemaliger Schule. Dr. Gabriele Neumann, in Beuren geboren und aufgewachsen, führte kenntnisreich durch Geschichte und aktuelle Situation der Gemeinde. Die Gründung der Gemeinde wird um 1300 vermutet, vielleicht auch schon um 1017. 1744 bestand der Ort aus nur drei Höfen. In den 1970er Jahren lag die Einwohnerzahl bei rund 550, heute sind es nur noch um die 400. Im früher landwirtschaftlich geprägten Dorf gibt es keinen Bauernhof mehr. Die Felder werden von auswärtigen Pächtern bewirtschaftet. Bei der Fahrt oder einem Gang durch Beuren fällt zunächst die ehemalige Schule auf. Johann Claudius von Lassaulx, der wohl bekannteste Baumeister seiner Zeit, war sich nicht zu schade die Pläne für eine einklassige Schule mit kleinen Nebenräumen im Erdgeschoss und einer Lehrerwohnung im Obergeschoss zu erstellen. Mit dem Bau der Schule wurde 1843 begonnen. Seit vielen Jahren steht die Schule leer – so wie viele Schulgebäude in den kleinen Dörfern. Sie wird gelegentlich von den Dorfvereinen genutzt. Der in Lassaulx-Manier steinsichtig errichtete Bau wurde vor vielen Jahren verputzt und verlor so einen Teil seines „Gesichts“. Auf gleicher Ebene wie der Schuleingang liegt die „alte“ barocke Pfarrkirche, erstmals 1569 erwähnt, mit einem schönen hölzernen Tonnengewölbe und einer wertvollen Ausstattung, überwiegend aus der Zeit des Barock. Wertvolle Teile der Ausstattung dienen heute der Ausschmückung der neuen Kirche. Beeindruckend im kleinen Kirchenraum ist das die ganze rückwärtige Westwand ausfüllende Gemälde mit Bibelmotiven des insbesondere durch seine Glasmalereien bekannten Jakob Schwarzkopf aus Trier (1926-2001). Die alte Kirche war mit wachsender Bevölkerung zu klein geworden. Ein Abriss der alten Kirche kam nicht in Frage. Ein Neubau entstand in den späten 1960er Jahren nach Plänen von Karl Peter Böhr gleich neben der alten Kirche – verbunden durch die Sakristei. Der fast quadratische Innenraum der neuen Kirche strahlt Ruhe aus und lädt zur inneren Einkehr ein.

Die Nordwand der Kirche wird geschmückt von einem dreigeteilten Bildfries von etwa einem Meter Höhe in den Farben blau, schwarz, weiß und grau. Es ist ein „Passions-Tryptichon“ ebenfalls gestaltet von Jakob Schwarzkopf. Kaum ein anderer Ort dieser Größe kann eine Doppelkirche vorweisen – die Beurener können stolz darauf sein.

Ein Bericht von
Gerhard Schommers 
RV Cochem-Zell

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